{"id":6346,"date":"2020-05-28T13:37:28","date_gmt":"2020-05-28T11:37:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bridal-times.com\/de\/?p=6346"},"modified":"2020-05-29T10:16:09","modified_gmt":"2020-05-29T08:16:09","slug":"wiedereroeffnung-nach-corona-wie-das-traditionshaus-brautmoden-renger-den-neuen-alltag-erfolgreich-bewaeltigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bridal-times.com\/de\/wiedereroeffnung-nach-corona-wie-das-traditionshaus-brautmoden-renger-den-neuen-alltag-erfolgreich-bewaeltigt\/","title":{"rendered":"Wiederer\u00f6ffnung nach Corona &#8211; wie das Traditionshaus Brautmoden Renger den neuen Alltag erfolgreich bew\u00e4ltigt"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Bridal Times hatte die Gelegenheit, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin und Begr\u00fcnderin Ulrike Mandt \u00a0zu ihrem erfolgreichen Werdegang im Brautmodengesch\u00e4ft, den Auswirkungen der aktuellen Pandemie auf die Wirtschaft und ihre hoffnungsvollen Aussichten f\u00fcr die Zukunft der Branche zu befragen.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Frau Mandt, Man kennt Sie, wie Sie bei &#8222;Zwischen T\u00fcll &amp; Tr\u00e4nen&#8220; dazu beigetragen haben, Brauttr\u00e4ume wahr werden zu lassen. Doch die wenigsten von uns wissen, was Sie dazu inspiriert hat, 2007 Ihr erstes Brautmodengesch\u00e4ft zu er\u00f6ffnen. Erz\u00e4hlen Sie uns bitte mehr dar\u00fcber.<\/strong><\/p>\n<p>Der geneigte Leser erwartet jetzt vermutlich eine Antwort wie: \u201eSchon als kleines M\u00e4dchen haben mich Brautkleider fasziniert und es war schon immer mein gr\u00f6\u00dfter Traum einmal Brautmode zu verkaufen\u201c.<\/p>\n<p>Aber ehrlich gesagt verdanke ich meinen jetzigen Traumberuf, welchen ich mit voller Leidenschaft t\u00e4tige, ganz anderen Hintergr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Im Anschluss an meine damalige Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau absolvierte ich ein Ingenieurstudium im Bereich Textiltechnik mit dem Schwerpunkt Management. Nach Beendigung des Studiums war ich f\u00fcr ein renommiertes Textilmaschinenbauinstitut an der RWTH Aachen f\u00fcr einige Jahre in der Forschung und Entwicklung t\u00e4tig, und koordinierte gr\u00f6\u00dfere Forschungsprojekte. Neben dieser T\u00e4tigkeit koordinierte ich zudem auch noch viele institutseigene Veranstaltungen.<\/p>\n<p>Nachdem mein jetziger Mann Ende 2005 mit seiner Promotion ebenfalls an der RWTH Aachen fertig war, zog es ihn beruflich in die Gegend von Ulm.<\/p>\n<p>Und wie das im Leben so oft ist, k\u00fcndigte ich daher und zog mit ihm gemeinsam von Aachen weg.<\/p>\n<p>Da es in Deutschland aber kaum noch textilverarbeitende Betriebe gibt und es zum damaligen Zeitpunkt leider auch keine ad\u00e4quate wissenschaftliche Stelle im Gro\u00dfraum Ulm\/Stuttgart zu besetzen gab, drohte mir damals das Schicksal der Arbeitslosigkeit oder der Aus\u00fcbung eines deutlich weniger qualifizierten Jobs.<\/p>\n<p>Daher entschied ich mich, erstmal noch eine weitere einj\u00e4hrige Ausbildung zum technisch gepr\u00fcften Betriebswirt bei der IHK in Ulm zu absolvieren. Mittlerweile war ich Mitte drei\u00dfig, hoch qualifiziert, verheiratet aber noch kinderlos und musste feststellen, dass gut dotierte F\u00fchrungspositionen nicht gerade auf mich \u201egewartet\u201c hatten.<\/p>\n<p>Infiziert mit dem \u201eBrautkleidvirus\u201c durch meine eigene Hochzeit 2005 reifte daher bei mir der Gedanke: \u201eWenn ich schon keine meinen F\u00e4higkeiten entsprechende Stelle finde, dann schaffe ich mir halt selbst meinen \u201eTraumjob\u201c.<\/p>\n<p>Aufgrund meiner textilen Affinit\u00e4t und notwendigem betriebswirtschaftlichen Background entschloss ich mich daher 2007, mit einem kleinen aber feinen Brautstudio f\u00fcr secondhand Brautmode selbstst\u00e4ndig zu machen. Es dauerte allerdings gute drei Jahre bis sich mein Brautstudio \u201eWedding &amp; More\u201c aufgrund von Mund zu Mund Propaganda so rumgesprochen hatte, dass ich r\u00e4umlich expandierte und auch die ersten Mitarbeiter einstellen konnte. Ende 2015 nahm ich dann die Gelegenheit war und \u00fcbernahm zus\u00e4tzlich noch meinen gr\u00f6\u00dften Mitbewerber im Raum Ulm, die renommierte Brautmoden Renger GmbH. Mittlerweile besteht mein Team aus 20 Mitarbeitern und ich bin dem Schicksal dankbar f\u00fcr diese im Nachhinein gl\u00fcckliche F\u00fcgung.<\/p>\n<p><strong>Was sind Ihrer Meinung nach im Laufe der Jahre die Schl\u00fcsselelemente f\u00fcr ein erfolgreiches Brautmodengesch\u00e4ft?<\/strong><\/p>\n<p>Meiner Meinung nach ist man langfristig egal in welchem Business nur erfolgreich, wenn man die n\u00f6tige Leidenschaft und aufopferungsvolle Hingabe f\u00fcr seinen Beruf lebt. Bezogen auf den Brautmodensektor sollte nat\u00fcrlich das textile Knowhow, ein absolutes Auge f\u00fcr Passformen sowie Gesp\u00fcr f\u00fcr Mode, die Freude am Umgang mit anderen Menschen aber vor allem auch ein gutes solides betriebswirtschaftliches Wissen vorhanden sein.<\/p>\n<p><strong>Welches sind ihre ganz spezifischen Highlights, die den Namen Brautmoden Renger so einzigartig machen?<\/strong><\/p>\n<p>Die Firma Brautmoden Renger, welche ich erst 2015 \u00fcbernommen habe, gibt es ja schon fast 40 Jahre und gilt einfach als Synonym f\u00fcr Brautmode weit \u00fcber den Raum Ulm hinaus. Daher kam es f\u00fcr mich bei der damaligen \u00dcbernahme \u00fcberhaupt nicht in Frage eine Namens\u00e4nderung durchzuf\u00fchren. Es passiert mir fast w\u00f6chentlich, dass eine zuk\u00fcnftige Braut bei uns nach Ihrem Traumkleid sucht und die begleitende Brautmutter dann stolz hinzuf\u00fcgt, dass Sie ja auch schon vor vielen Jahren \u201eIhr\u201c Kleid bei Renger gekauft hat. Es erf\u00fcllt mich dann immer mit gro\u00dfer Freude, dass wir zu dieser Tradition beisteuern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>K\u00f6nnen Sie uns etwas \u00fcber Ihren pers\u00f6nlichen Lieblings-Brautkleid-Trend erz\u00e4hlen?<\/strong><\/p>\n<p>Jedes einzelne Kleid welches ich f\u00fcr mein Sortiment ausw\u00e4hle, muss mich im Grunde \u00fcberzeugen. Die Kunst bei einer erfolgreichen Sortimentsauswahl ist es aber, auch andere Geschm\u00e4cker als seinen eigenen zu akzeptieren. Mir pers\u00f6nlich gefallen gerade an der zuk\u00fcnftigen 2021er Kollektion Kleider mit zarten langen Chiffon\u00e4rmel, welche oftmals mit einem gestauchten Manschettenabschluss versehen sind, sogenannte Bischofs\u00e4rmel.<\/p>\n<p><strong>Wie hat sich die Pandemie mit der Einf\u00fchrung von COVID-19 auch auf Ihr Brautgesch\u00e4ft ausgewirkt?<\/strong><\/p>\n<p>Die ersten Fr\u00fchwarnsignale begannen ja bereits einige Wochen bevor der eigentliche Lockdown kam und man absehen konnte, dass einige Produktionsst\u00e4tten in Asien die Wiederaufnahme der Produktion \u00fcber das chinesische Neujahrsfest hinaus nicht durchf\u00fchren konnten. Schon zu diesem Zeitpunkt waren wir bei Nachbestellungen von Kundenkleidern \u00e4u\u00dferst sensibilisiert. Somit konnten wir bisher alle Kleider rechtzeitig an die Br\u00e4ute aush\u00e4ndigen, auch wenn bei vielen jetzt leider die Hochzeit abgesagt bzw. verschoben wurde.<\/p>\n<p>Bereits einige Tage vor dem eigentlichen Lockdown haben wir noch m\u00f6glichst viele Brautkleiderfertigstellungen sowie Absteck-Termine vorverlegt, da wir zum damaligen Zeitpunkt auch nicht absch\u00e4tzen konnten, wie lange die Gesch\u00e4fte schlie\u00dfen w\u00fcrden. Die Zeit der Schlie\u00dfung haben wir genutzt, um die bereits abgesteckten Kleider fertig zu stellen, unz\u00e4hlige Termine telefonisch zu koordinieren und viele traurige Br\u00e4ute zu tr\u00f6sten (was wir jetzt seit der \u00d6ffnung \u00fcbrigens auch immer noch machen m\u00fcssen). Mein oberstes Ziel in dieser Zeit ohne eigentliche Einnahmen war es, dass keiner meiner Mitarbeiter von der Kurzarbeit betroffen werden sollte. Daher haben wir unsere Schneiderkapazit\u00e4ten dazu genutzt, wie viele andere auch, Mund-Nasenbedeckungen zu n\u00e4hen. Diese wurden dann wirklich nur zum Selbstkostenpreis \u00fcber Apotheken vertrieben, um die L\u00f6hne zu sichern.<\/p>\n<p>Trotz der Wiederer\u00f6ffnung der Gesch\u00e4fte hat sich wie im gesamten Einzelhandel unsere wirtschaftliche Lage nicht entspannt. Gerade die Ungewissheit der Br\u00e4ute, ob Sie denn Ihre Hochzeit aufgrund der Auflagen so feiern d\u00fcrfen wie geplant, herrscht anhaltend an. Da eins meiner Gesch\u00e4fte in Bayern und das andere in Baden-W\u00fcrttemberg angesiedelt ist, liegen wir zudem in einer Region mit einem sehr hohen Infektionsgeschehen und einer vorsichtigeren Vorgehensweise bei der Lockerung der Auflagen insbesondere was private Feiern betrifft. Die Zahl unserer geplanten Absteck-Termine bis in den Juni hinein hat sich bereits halbiert und t\u00e4glich rufen Br\u00e4ute an, die auch f\u00fcr Juli August sogar bis in den September hinein ihre Hochzeiten aufs n\u00e4chste Jahr verschoben haben und somit diese Termine absagen.<\/p>\n<p>Betriebswirtschaftlich besonders schmerzhaft ist aber der Umstand, dass momentan kaum neue Terminanfragen f\u00fcr die kommenden zwei bis drei Monate reinkommen bzw. jetzt nach und nach auch wieder abgesagt werden, wenn diese schon vor einiger Zeit gemacht wurden.\u00a0 Viele Br\u00e4ute, die eigentlich erst im September \/ Oktober heiraten wollten und noch auf der Suche nach einem Brautkleid waren, verschieben mittlerweile aufgrund der Ungewissheit der Entwicklung die Hochzeit dann auch auf 2021. \u00dcbrig bleiben dann nur noch die ersten zaghaften Br\u00e4ute die sowieso erst 2021 heiraten wollen und diejenigen, die wenigsten f\u00fcr die standesamtliche Hochzeit ein meist preisg\u00fcnstiges Kleid suchen.<\/p>\n<p>Besonders die kommenden zwei bis vier Monate werden meines Erachtens nach zur gr\u00f6\u00dften Herausforderung in unserer Branche werden. Hier zeigt sich, wer in der Vergangenheit gut gewirtschaftet hat und \u00fcber gen\u00fcgend Liquidit\u00e4t verf\u00fcgt um diese Zeit zu \u00fcberbr\u00fccken. Hinzu kommt, dass ja auch langsam die ersten Kleider der neuen Kollektion 2021 von den H\u00e4ndlern eintreffen werden und somit ein weiterer Kapitalbedarf resultiert. Wie wohl die meisten unserer Mitbewerber aus der Branche sehen wir dieser Zeit angespannt entgegen. Aufgrund von pers\u00f6nlichen Vorkehrungen und eines bereits angesprochenen guten wirtschaften in der Vergangenheit sind wir trotzdem optimistisch, dass wir diese Zeit mit einem blauen Auge durchstehen werden.<\/p>\n<p><strong>Welche \u00c4nderungen mussten Sie in Ihrem Gesch\u00e4ft vornehmen, um nach den neuesten Vorgaben eine sichere Umgebung zu gew\u00e4hrleisten?<\/strong><\/p>\n<p>Aufgrund der Tatsache, dass wir in unserer Branche den geforderten Mindestabstand beim Abstecken der Kleider aber auch bei den Anproben schwer einhalten k\u00f6nnen, legen wir gr\u00f6\u00dftes Augenmerk auf die Einhaltung der vorgeschriebenen Auflagen. Unsere Kunden d\u00fcrfen ja seit jeher nur mit Termin zu uns kommen und m\u00fcssen direkt am Eingangsbereich eine station\u00e4re Desinfektionsm\u00f6glichkeit benutzen und die R\u00e4ume auch nur mit einer Mund-Nasenbedeckung betreten.<\/p>\n<p>Weitere Desinfektionsm\u00f6glichkeiten sind in jeder Umkleide, in den Sanit\u00e4rbereichen etc. montiert. G\u00e4stehandt\u00fccher wurden gegen Papierhandt\u00fccher ersetzt und nach jeder Anprobe werden die entsprechenden Umkleiden sowie die Sanit\u00e4ranlagen desinfiziert. Zudem l\u00fcften wir unsere Verkaufsr\u00e4ume in regelm\u00e4\u00dfig Abst\u00e4nden. Unsere Mitarbeiter arbeiten zur h\u00f6heren Sicherheit nur mit FFP 2 Masken und sind gerade in der Schneiderei in zwei Teams aufgeteilt, welche sich arbeitstechnisch nicht vermischen.<\/p>\n<p>Die Anzahl der Begleitpersonen wurde auch aufgrund der zeitweisen Ausgangssperre und der geforderten 20 qm Regelung pro Person bei uns drastisch reglementiert. So d\u00fcrfen die Br\u00e4ute zum Abholen der fertig gestellten Kleider und zum \u00c4ndern nur noch allein kommen. Die Anzahl der Begleitpersonen bei Neuanproben haben wir mittlerweile von einer auf zwei festgelegt. Daran werden wir uns auch noch f\u00fcr absehbare Zeit orientieren.<\/p>\n<p>Dies ist \u00fcbrigens der einzig positive Effekt, den ich dieser Corona-Pandemie abgewinnen kann. Die Anproben sowie auch die Absteck-Termine gestalten sich seitdem deutlich entspannter, als noch zu Zeiten wo viele Begleitpersonen \u201emitentschieden\u201c haben. Diesen Eindruck best\u00e4tigen sogar unsere Br\u00e4ute selbst.<\/p>\n<p>Generell sollten wir uns aber jederzeit bewusst sein, dass es momentan keine 100%ige Sicherheit in Bezug auf eine m\u00f6gliche Ansteckung geben wird.<\/p>\n<p><strong>Seit der Wiederer\u00f6ffnung der Gesch\u00e4fte hat der Einzelhandel M\u00fche, wieder auf die Beine zu kommen. Welchen Standpunkt vertreten Sie im Brautmodengesch\u00e4ft; und welche Hoffnungen hegen Sie f\u00fcr die Zukunft der Branche?<\/strong><\/p>\n<p>Hierzu habe ich ja bereits einiges bereits beantwortet. Die Zukunft der Branche wird mit Sicherheit auch von der Entwicklung der n\u00e4chsten Monate und dem Infektionsgeschehen abh\u00e4ngen. Sollte es tats\u00e4chlich zu einer bef\u00fcrchteten zweiten Welle im Herbst \/Winter kommen, und im schlimmsten Fall zu einem weiteren Lockdown der Gesch\u00e4fte, werden das wohl viele von uns wirtschaftlich nicht \u00fcberleben.<\/p>\n<p>Bei einer moderaten, vern\u00fcnftigen und verantwortungsbewussten Anpassung der Auflagen f\u00fcr private Feiern in Kombination mit einem \u201ebeherrschbaren\u201c Infektionsgeschehen sehe ich allerdings Hoffnung, dass die kommende Saison welche ja im Herbst normalerweise anl\u00e4uft, durchaus positiv ausfallen kann.<\/p>\n<p>Letztendlich wird die Lage aber bis zur Einf\u00fchrung eines Impfstoffes bzw. eines wirkungsvollen Medikamentes latent angespannt und schwer vorhersehbar bleiben.<\/p>\n<p><strong>Was w\u00fcrden Sie weniger erfahrenen Branchenkollegen f\u00fcr die n\u00e4chste Zeit raten oder empfehlen?<\/strong><\/p>\n<p>In dieser Situation einen allgemeing\u00fcltigen Rat zu geben, w\u00e4re vermessen und w\u00fcrde meine Kompetenz \u00fcberschreiten.<\/p>\n<p>Denn letztendlich h\u00e4ngt die Zukunft eines jeden Einzelnen von vielen wirtschaftlichen Faktoren, dem bestehenden Kostenapparat und der vorhandenen Liquidit\u00e4t ab, egal ob gerade erst neu gegr\u00fcndet oder schon alt eingesessen. Gerade sehr erfolgreich gef\u00fchrte Gesch\u00e4fte, welche in der Vergangenheit z.B. stark expandiert sind und dadurch auch hohe Summe investiert\u00a0 haben, k\u00f6nnten jetzt ungl\u00fccklicherweise schneller in Schieflage geraden, da dort ein ganz anderer Kostenapparat zu bew\u00e4ltigen ist als ein vor Kurzem neu gegr\u00fcndetes Brautstudio in den eigenen privaten R\u00e4umen und ohne Mitarbeiter.<\/p>\n<p>Ich f\u00fcr meinen Teil habe z.B. f\u00fcr die kommende Saison bisher sehr viel bed\u00e4chtiger Neuware geordert als in den Jahren vorher. Allein schon aus dem Grund, weil ich wie wahrscheinlich die meisten von uns einen noch deutlich h\u00f6heren Lagerbestand als normalerweise aufzuweisen habe. Ansonsten aber versuche ich mich m\u00f6glichst gut \u00fcber die aktuellen politischen Entwicklungen zu informieren und der Zukunft nicht pessimistisch, sondern unaufgeregt realistisch ins Auge zu blicken.<\/p>\n<p><strong>Wie sehen Sie die digitale Informationsm\u00f6glichkeiten, besonders in Ihrem Segment, f\u00fcr die nahe, aber auch fernere Zukunft?<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die Zukunft werden digitale Plattformen und Tools einen noch gr\u00f6\u00dferen Stellenwert erzielen wie bisher. Dies w\u00e4re auch ohne Corona eine normale Entwicklung, vermutlich jetzt aber beschleunigter.<\/p>\n<p><strong>Sie sind auch der Organisator des Ulmer Hochzeitstages. Was k\u00f6nnen wir f\u00fcr 2021 erwarten?<\/strong><\/p>\n<p>Diese Frage kann ich Ihnen zum jetzigen Zeitpunkt tats\u00e4chlich noch nicht beantworten. Die Messe findet ja normalerweise immer am zweiten Januarwochenende statt und ist eint\u00e4gig. Unter meiner Organisation ist Sie in den letzten Jahren stetig gewachsen. Mittlerweile umfassen die angemieteten Hallen eine Fl\u00e4che von ca. 5500 qm, wir hatten dieses Jahr 116 Aussteller und etwas \u00fcber 1500 Besucher an einem Tag. Damit z\u00e4hlen wir eindeutig unter die Sparte Gro\u00dfveranstaltung, welche ja erstmal bis mindestens Ende August komplett untersagt sind und die Situation im Januar k\u00f6nnte ebenso noch als kritisch zu betrachten sein. In Absprache mit dem Messebetreiber werden wir uns im Herbst zusammensetzen und \u00fcber ein m\u00f6gliches neuartiges Messekonzept austauschen.<\/p>\n<p>Gerade die gesamte Veranstaltungsbranche und Messelandschaft steht momentan vor vielen Problemen und ist wirtschaftlich eines der am h\u00e4rtesten betroffenen Sparten in dieser Pandemie.<\/p>\n<p>Ich bin mir aber sicher, dass es einen weiteren Ulmer Hochzeitstag geben wird. Auch wenn dieser zumindest im n\u00e4chsten Jahr anders ausgerichtet werden muss wie gewohnt.<\/p>\n<p><strong>Was raten Sie Brautleuten, deren Hochzeit im Jahr 2020 abgesagt wurde?<\/strong><\/p>\n<p>Verst\u00e4ndlicherweise herrscht bei allen Brautpaaren am Anfang immer eine gro\u00dfe Entt\u00e4uschung. Wir haben aber durch Gespr\u00e4che mit den betroffenen Br\u00e4uten rausgeh\u00f6rt, dass viele schnell reagiert und Ihre Hochzeit ins Jahr 2021 verschoben haben und sich jetzt umso mehr auf diese Hochzeit im n\u00e4chsten Jahr freuen.<\/p>\n<p>Mit ein wenig Flexibilit\u00e4t kann eher ein Alternativtermin gefunden werden.<\/p>\n<p>Sich direkt bei der Location melden und gemeinsam einen, besser noch zwei Alternativtermine ausw\u00e4hlen.\u00a0Evtl. w\u00e4re ja auch ein Freitag oder ein Sonntag m\u00f6glich oder sogar ein Feiertag innerhalb der Woche, da im kommenden Jahr viele Samstage schon belegt sein werden und die Auswahl der Samstage gering sein wird.<\/p>\n<p>Absprache mit allen gew\u00e4hlten Dienstleistern ob diese an den Ausweichterminen Zeit haben. Auch hier nochmals der Tipp: \u00dcberlegen ob ein Freitag oder auch ein Sonntag in Frage kommt, denn an diesen Tagen ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass viele Dienstleister verf\u00fcgbar sind.<\/p>\n<p>Wichtig ist auch, m\u00f6gliche Kosten zu kl\u00e4ren und eine offene Kommunikation mit der Location und den Dienstleistern zu f\u00fchren. H\u00e4ufig fallen bei einer Terminverschiebung keine oder nur sehr geringe \u201eStorno-\/Verschiebungsgeb\u00fchren\u201c an. Wer Anzahlungen so bestehen l\u00e4sst, kann diese in der Regel auf den neuen Termin und somit Auftrag anrechnen lassen und die bisherige Kalkulation kann\u00a0in der Regel so gut wie komplett bestehen bleiben. Ganz nebenbei erw\u00e4hnt unterst\u00fctzt man damit auch seine gew\u00e4hlten Dienstleister, denn viele von Ihnen haben zur Zeit 100 % Verdienstausfall.<\/p>\n<p><strong>Worauf sind Sie im R\u00fcckblick auf Erfolg und Herausforderungen am meisten stolz?<\/strong><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich macht es mich gl\u00fccklich und ein klein wenig stolz meine berufliche Entwicklung der vergangenen Jahre zu betrachten. Gerade die rasante Expansion vor 5 Jahren durch die \u00dcbernahme der Brautmoden Renger GmbH h\u00e4tte ich mir zur Anfangszeit meiner Selbstst\u00e4ndigkeit niemals tr\u00e4umen lassen.<\/p>\n<p>Allerdings gab es in der Vergangenheit auch oft Momente wo ich mich selber hinterfragt habe. Ob ich dem Ganzen denn wirklich gewachsen bin, dem wirtschaftlichen Druck standhalte und der sozialen Verantwortung so vielen Mitarbeitern gegen\u00fcber immer gerecht werden kann. Und ich habe auch oft an meinen F\u00fchrungsqualit\u00e4ten gezweifelt und mich innerlich schwach gef\u00fchlt.<\/p>\n<p>Aber eins hat mir diese f\u00fcr uns alle vorher unvorstellbare Krise gezeigt.<\/p>\n<p>Ich bin viel st\u00e4rker als gedacht! Wenn es wirklich darauf ankommt, behalte ich einen k\u00fchlen Kopf, agiere vorrausschauend und verliere nicht den Mut. Ich st\u00e4rke und beruhige meine Mitarbeiter und gebe Ihnen ein Gef\u00fchl der sozialen Sicherheit.<\/p>\n<p>Und darauf bin ich wirklich stolz!<\/p>\n<p>Wir bedanken uns bei Ulrike Mandt f\u00fcr dieses Interview.<\/p>\n<p>F\u00fcr weitere Informationen besuchen Sie <a href=\"https:\/\/www.brautmoden-renger.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Brautmoden Renger<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bridal Times hatte die Gelegenheit, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin und Begr\u00fcnderin Ulrike Mandt \u00a0zu ihrem erfolgreichen Werdegang im Brautmodengesch\u00e4ft, den Auswirkungen der aktuellen Pandemie auf die Wirtschaft und ihre hoffnungsvollen Aussichten f\u00fcr die Zukunft der Branche zu befragen. Frau Mandt, Man kennt Sie, wie Sie bei &#8222;Zwischen T\u00fcll &amp; Tr\u00e4nen&#8220; dazu beigetragen haben, Brauttr\u00e4ume wahr werden zu lassen. 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