{"id":3743,"date":"2019-02-20T15:08:56","date_gmt":"2019-02-20T14:08:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bridal-times.com\/de\/?p=3743"},"modified":"2019-02-20T18:35:14","modified_gmt":"2019-02-20T17:35:14","slug":"die-modewelt-trauert-um-ihren-letzten-grossen-meister","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bridal-times.com\/de\/die-modewelt-trauert-um-ihren-letzten-grossen-meister\/","title":{"rendered":"Die Modewelt trauert um ihren letzten gro\u00dfen Meister"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Breaking News. Karl Lagerfeld ist tot. Die Modewelt trauert um ihren letzten gro\u00dfen Meister. Den Mann, der am allerliebsten in seinem Atelier sa\u00df, in der Rue Chambon 31 in Paris. Zusammen mit seiner Katze Choupette, der er eine eigene Zofe engagierte, damit es er s\u00fc\u00dfen Mieze an ja nichts fehlt. Karl Lagerfeld hatte so manchen Spleen, eckte mit seinen Meinungen zu Kollegen aus der Branche oft an. Interviews mit ihm waren f\u00fcr Journalisten anstrengend und f\u00fcr Zuschauer keine leichte Kost. Der Chanel-Designer war spitzz\u00fcngig, schlagfertig, sehr intelligent, sarkastisch und oftmals launisch. Ein oberfl\u00e4chliches Pl\u00e4uschchen zu halten \u2013 f\u00fcr Lagerfeld eine Verschwendung seiner kostbaren Zeit. Er wollte etwas Wichtiges sagen, eine Botschaft r\u00fcberbringen, und sich f\u00fcr seine Exzentrik bejubeln und feiern lassen.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kunstfigur Karl?<\/strong><\/p>\n<p>Eitel war er, der weltbekannte Modemacher, der in Hamburg aufwuchs und Karriere in Paris machte. So eitel, dass er mit stolzen 65 Jahren noch 42 Kilo abnahm. Seiner Meinung nach, war sein Hals nun so faltig, dass er den Anblick dessen nur noch mit einem wei\u00dfen Vaterm\u00f6rder-Kragen ertragen k\u00f6nne. Gegen die Augenringe half die Sonnenbrille.<\/p>\n<p>Das Altern gefiel Lagerfeld so gar nicht, dem \u00c4stheten, der einst in einem Interview erz\u00e4hlte, dass er seine Kleidung nach einmaligen Tragen entsorgte. Ob man Karls Diva-All\u00fcren glauben mag oder nicht: Der kreative K\u00fcnstler, das penible Genie, das Arbeitstier, wusste, wie er einen Mythos um seine Person kreieren und erhalten konnte. Er betonte zwar oft, er sei keine Kunstfigur, doch tat er alles daf\u00fcr um als glamour\u00f6s und \u00fcber den schn\u00f6den Belangen der Welt schwebend wahrgenommen zu werden.<\/p>\n<p>Er lie\u00df sich im Alter nicht gehen \u2013 weder optisch noch mental. Und gleiches erwartete Karl Lagerfeld auch von seinen Mitmenschen. Er behauptete: \u201eWer Jogginghosen tr\u00e4gt, hat die Kontrolle \u00fcber sein Leben verloren\u201c und war der Meinung: \u201eVon zwei Wochen am Strandliegen wird man dumm.\u201c Frauen, die gern im Schlabberlook auf der Couch gammeln und sich nicht um ihr \u00c4u\u00dferen scheren, lagen Lagerfeld nicht besonders. Daraus machte er keinen Hehl, ganz im Gegenteil. Eleganz, Stil, Pers\u00f6nlichkeit und Glamour waren seine Welt.<\/p>\n<p>Eine Welt, die er uns Frauen mit seiner Mode f\u00fcr Chanel, Fendi und seiner Eigenmarke zug\u00e4nglich machte. Die handgefertigten Spitzenkleider, die begehrten Handtaschen, der funkelnde Schmuck &#8211; pr\u00e4sentiert von den sch\u00f6nsten Frauen der Welt. Chanel ist das Sinnbild f\u00fcr Stil und Luxus. International. Unvergleichlich und unverwechselbar. Dank Karl. Dank einem Mann, der die Sch\u00f6nheit liebte und zelebrierte. Der aber auch zum Anti-Held der heutigen Zeit wurde.<\/p>\n<p><strong>Gegen den Zeitgeist<\/strong><\/p>\n<p>Seine Shows f\u00fcr Chanel kosteten Millionen. 2018 lie\u00df er f\u00fcr seine Modenschau echte B\u00e4ume f\u00e4llen, was Natursch\u00fctzer aufregte. Durch seine makigen Spr\u00fcche \u00fcber so manches Model und ihre Figur, geriet er bei Body Positivity in die Kritik. Nachhaltigkeit und das Akzeptieren des eigenen Verfalls, das war nichts f\u00fcr Karl. Bis zuletzt hielt den Stil hoch und lie\u00df sich nicht mal bei seiner letzten Show f\u00fcr Chanel blicken. Er war zu krank und vielleicht auch zu eitel, um sich geschw\u00e4cht dem prominenten Publikum und seinen Modej\u00fcnger zu pr\u00e4sentieren. Sicher wollte sich der Direktor des Modezirkus auch nicht kr\u00e4nklich abgelichtet in der Zeitung sehen. So war Karl? Oder so wollte er scheinen?\u00a0 Das kann man verstehen oder nicht, das kann man m\u00f6gen oder lassen.<\/p>\n<p>So oder so wird Karl Lagerfeld als einer der bedeutendsten Modedesigner Allerzeiten im kollektiven Ged\u00e4chtnis bleiben. Seit 1965 war er f\u00fcr Fendi t\u00e4tig, seit 1983 f\u00fcr Chanel. Er kleidete Prinzessinnen, Prominente, die High Society ein \u2013 auch die jungen It-Bloggerinnen liebten seine Kreationen. Selbst das Heiraten in Chanel war f\u00fcr gut betuchte Damen m\u00f6glich. Lagerfeld kreierte pro Kollektion ein Brautkleid, welches immer der kr\u00f6nende Abschluss der Modenschau war.<\/p>\n<p><strong>Nicht nur die Modelwelt trauert<\/strong><\/p>\n<p>Der Maitre der Mode verstarb am 19. Februar 2019 mit 85 Jahren im Krankenhaus. Er litt an Bauchspeicheldr\u00fcsen-Krebs. Seine Mitarbeiter, Familie und Freunde sind in tiefer Trauer. Auf Instagram gehen die Beileidsbekundungen in die Tausende. Moderedakteure, Models, TV-Stars und Pers\u00f6nlichkeiten aus der Musikbranche wie Rihanna, Madonna und Lady Gaga finden warme und wahre Worte f\u00fcr ihren King Karl. Schwarze Herzen wohin das Auge reicht. Sogar Katze Choupette nimmt \u201emit gebrochenem Herzen\u201c auf ihrem eigenen Instagram-Profil (das Karls PR-Dame vor einigen Jahren erstellte) Abschied von ihrem \u201eDaddy\u201c. Das h\u00e4tte Karl am\u00fcsiert.<\/p>\n<p>Und wir? Wir prosten ihm mit einem weinendem und einem lachenden Auge zu. Ihm und Coco Chanel, die nun gemeinsam \u00fcber den guten Stil im Himmel wachen, wo es seit gestern vielleicht nach Chanel No. 5 duftet. Prost, Karl! \u00c0 la mode, monsieur. Du wirst fehlen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bildquelle: Pinterest<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Breaking News. Karl Lagerfeld ist tot. Die Modewelt trauert um ihren letzten gro\u00dfen Meister. Den Mann, der am allerliebsten in seinem Atelier sa\u00df, in der Rue Chambon 31 in Paris. 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