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Wenn „Nein“ nicht wirklich Nein bedeutet: Das richtige Mindset im Brautverkauf

Mit über zehn Jahren Erfahrung in der Unterstützung von Brautboutiquen teilt die britische Social-Media-Strategin und Bridal-Industry-Expertin Shelley Quijada von „So Shelley Socials“  ihre Perspektive auf mindset-basierte Strategien, mit denen Brautmodenhändler besser mit herausfordernden Verkaufssituationen umgehen können.


Shelley Quijada von „So Shelley Socials“


von Shelley Quijada

Vor fünfzehn Jahren, als ich selbst als Brautberaterin gearbeitet habe, war ich überzeugt, potenzielle Nicht-Käuferinnen innerhalb weniger Minuten erkennen zu können.

Wenn eine Braut sagte: „Ich schaue mich nur um“, oder dass sie schon ein Lieblingskleid in einem anderen Geschäft hat, oder dass sie bereits im siebten Brautladen ist, oder dass sie keine Entscheidung ohne ihre Mutter treffen kann, dann habe ich innerlich abgeschaltet.

In meinem Kopf war die Entscheidung schon gefallen. Dieser Termin würde zu nichts führen.

Heute weiß ich, wie falsch ich damit lag.

Von Ablehnung zu Verständnis

Damals habe ich diese Aussagen als Einwände verstanden, als Gründe, mich emotional nicht weiter einzulassen, nicht tiefer zu gehen, meine eigene Energie und meine Erwartungen zu schützen. Doch keine davon war eine Zurückweisung. Es waren Signale.

Signale dafür, dass die Braut überfordert war.
Signale dafür, dass sie sich emotional schützen wollte.
Signale dafür, dass sie Angst hatte, die falsche Entscheidung zu treffen.
Signale dafür, dass sie sich noch nicht sicher genug fühlte.

Und vor allem: Signale dafür, dass sie Führung brauchte – nicht Distanz.

Emotional robuste moderne Bräute

Heute erkenne ich dieses Muster immer wieder in der gesamten Brautmodebranche. Moderne Bräute sind informierter, vorsichtiger und emotional oft robuster als je zuvor. Viele kommen zu ihren Terminen, nachdem sie bereits Monate, manchmal sogar Jahre, an mentaler Energie in ihre Entscheidung investiert haben.

Wenn eine Braut sagt, sie „schaut nur“, möchte sie oft einfach Druck rausnehmen.  Wenn sie ein anderes Brautgeschäft erwähnt, sucht sie häufig Bestätigung – keinen Vergleich. Wenn sie nicht ohne eine andere Person Ja sagen kann, geht es meist um fehlendes Selbstvertrauen, nicht um Zweifel.

Diese Momente sind nicht das Ende eines Verkaufs. Sie sind der wichtigste Teil davon.

Die Kosten des inneren Abschaltens

Wenn Beraterinnen und Berater diese emotionalen Signale fälschlicherweise als Zurückweisung deuten, verändert sich der Termin auf subtile Weise. Die Energie sinkt. Die Neugier schwindet. Aus einer bewussten Begegnung wird ein rein unverbindliches Erlebnis.

Bräute spüren das sofort.

Was sie in diesen Momenten brauchen, ist Präsenz, Vertrauen und ruhige Führung. Nicht Negativität, Selbstzweifel oder ein halbherziger Termin.

Das Brauterlebnis geht nicht nur darum, das richtige Kleid zu finden. Es geht darum, einer Braut so viel Sicherheit zu geben, dass sie ihrer Entscheidung vertrauen kann.

Der Mindset-Wechsel, der alles verändert

Die größte Veränderung in meiner Karriere kam, als ich aufgehört habe zu fragen: „Kauft diese Braut?“

Und stattdessen gefragt habe: „Was braucht diese Braut gerade von mir?“

Wenn Beraterinnen lernen, emotionale Signale zu erkennen, statt sich zurückzuziehen, werden Termine stärker, persönlicher und erfolgreicher.

Denn oft ist genau die Braut, die am wenigsten bereit wirkt, diejenige, die uns am meisten braucht.

Wir bedanken uns bei Shelley Quijada für dieses Artikel.

Für weitere Informationen zu Shelley und Business-Beratung in englischer Sprache besuchen Sie bitte www.soshelleysocials.com oder folgen Sie Shelley auf Instagram unter @soshelley.socials

 

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