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So heiratet Deutschland – vom Kennenlernen bis zur Hochzeitsreise

Zum dritten Mal hat kartenmacherei.de in der jährlichen Studie „So heiratet Deutschland“ die Vorlieben und Verhaltensweisen der Deutschen beim Thema Hochzeit untersucht. Die Ergebnisse der 1.584 Befragten wurden nach regionalen, geschlechtsspezifischen und altersspezifischen Unterschieden ausgewertet.

BEZIEHUNGSDAUER 

Die meisten Paare heiraten nach drei bis sieben Jahren

Mit dem Heiraten lässt man sich in Deutschland reichlich Zeit. Erst nach drei bis sieben Jahren Partnerschaft wagen sich 37 Prozent der Befragten vor den Traualtar. Weitere 32 Prozent warten sieben bis fünfzehn Jahre und 5 Prozent lassen sich mehr als 15 Jahre Zeit. Bereits nach ein bis drei Jahren Partnerschaft heiraten rund 24 Prozent der Befragten. Eine Ehe, der weniger als ein Jahr Partnerschaft vorausging, schließen nur zwei Prozent aller Befragten.

KENNENLERNEN

Am Arbeitsplatz sprühen die Funken

Die meisten Ehepaare lernen sich über Freunde kennen. Mehr als jeder Vierte (26 Prozent) der Befragten findet über den Freundeskreis zueinander. Platz zwei belegen das Internet und Dating-Apps. Ganze 18 Prozent der Ehepaare finden auf diese Weise zueinander.

Arbeit ist das halbe Leben – kein Wunder also, dass der Arbeitsplatz als dritthäufigster Ort des Kennenlernens genannt wird. Rund 15 Prozent der Befragten geben an, ihre große Liebe auf der Arbeit gefunden zu haben. Beim Feiern in einer Diskothek oder Bar fanden 14 Prozent der Paare zueinander und beim Ausüben eines gemeinsamen Hobbys fanden neun Prozent das große Glück. Besonders früh wussten acht Prozent der Befragten, wer der oder die Richtige ist: Sie lernten sich bereits in der Schule oder wenig später in der Ausbildung beziehungsweise während des Studiums kennen.

Seit dem Sandkasten kennt sich nur ein Prozent der Befragten und nur wenige Paare lernten sich über die Familie oder im Urlaub kennen (drei und zwei Prozent).

Je nach Altersgruppe lassen sich deutliche Unterschiede feststellen, wie Paare zueinander finden. Zwar sind Freunde in fast allen Altersgruppen der meistgenannte Faktor, dennoch nimmt deren Wichtigkeit bei der Partnerfindung mit zunehmendem Alter ab. So lernen sich 29 Prozent der unter 30-jährigen über Freunde kennen, wohingegen es bei den über 50-jährigen nur noch 19 Prozent sind. Stattdessen finden gerade ältere Paare über das Internet oder Dating-Apps zueinander. So treffen von den über 30-jährigen durchschnittlich 20 Prozent online oder per App den Partner fürs Leben, bei den unter 30-jährigen sind es mit durchschnittlich 15 Prozent deutlich weniger. Befragte über 50 Jahren lernen sich sogar zu 27 Prozent online oder über eine Dating-App kennen, was dem höchsten Prozentwert aller Altersgruppen entspricht.

ALTERSBEDINGTE UNTERSCHIEDE 

Besonders ältere Paare suchen im Netz oder per App nach der großen Liebe.

REGIONALE UNTERSCHIEDE

Berliner Hochzeitspaare lernen sich online kennen

In fast allen deutschen Bundesländern lernen sich den Umfrageergebnissen zufolge Ehepaare am häufigsten über Freunde kennen – in Thüringen und in Brandenburg sogar fast die Hälfte aller Befragten (48 und 47 Prozent). In Sachsen-Anhalt sind es immerhin noch 35 Prozent, in Bremen und Schleswig-Holstein jeweils 33 Prozent. Aber auch in Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg hat mehr als jeder Vierte seinen Lebenspartner über den Freundeskreis kennengelernt.

In Berlin hingegen helfen Freunde nur 16 Prozent der Paare in Sachen Liebe auf die Sprünge. Stattdessen lernt man sich in der Hauptstadt am häufigsten über Internetportale oder Dating-Apps kennen (33 Prozent). Auch in Sachsen-Anhalt fanden 30 Prozent der Befragten online ihren Hochzeitspartner, in Sachsen 26 Prozent.

Ein deutlicher Rückgang in Sachen Internet Dating zeigt sich in Bayern und Rheinland-Pfalz: Hier lernten sich jeweils nur elf Prozent online kennen – 2018 waren es noch 17 beziehungsweise 19 Prozent gewesen.

HEIRATSANTRAG

Jede sechste Ehe wird ohne offiziellen Heiratsantrag geschlossen

Beim Heiratsantrag bleibt Deutschland traditionell. So geht den Umfrageergebnissen zufolge in 80 Prozent der Fälle der Mann “auf die Knie”, während in nur drei Prozent der geschlossenen Ehen die Frau den Heiratsantrag macht.

Überraschend: Ganze 16 Prozent der Ehen werden ohne Heiratsantrag im eigentlichen Sinne geschlossen.

ORT DES HEIRATSANTRAGS

Zuhause werden die meisten Heiratsanträge gemacht

Zuhause ist es doch am schönsten – ganz getreu diesem Motto werden 40 Prozent aller Heiratsanträge im trauten Heim gemacht. Auch der Urlaub ist mit 32 Prozent ein beliebter Anlass für den Kniefall, was weitere neun Prozent mit „am Strand“ bestätigen. Beim Spazierengehen oder Wandern kommt es in acht Prozent der Fälle zum Heiratsantrag und das Restaurant wählen fünf Prozent der Antragsteller. Drei Prozent der Heiratsanträge werden darüber hinaus am Ort des Kennenlernens gemacht und zwei Prozent der Befragten stellen die Frage aller Fragen am Silvesterabend.

LIEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH

Die außergewöhnlichsten Heiratsanträge

Den Heiratsantrag im Urlaub am Strand oder ganz klassisch im Restaurant? Das ist manchen Befragten offensichtlich zu „gewöhnlich“. Viele Antragsteller bewiesen große Kreativität und ließen sich für die alles entscheidende Frage ein ganz besonderes Setting einfallen. Hier die zehn ausgefallensten Heiratsanträge:

HEIRATSGRÜNDE

95 Prozent der Paare heiraten aus Liebe

All you need is love – so sehen es auch die Deutschen, wenn es ums Heiraten geht. 95 Prozent der Befragten geben an, dass die Ehe als Symbol für Liebe und Zusammengehörigkeit ein wichtiger bis sehr wichtiger Grund für die Hochzeit ist. Doch auch rationale Motive haben Einfluss auf die Entscheidung, den Bund der Ehe einzugehen. So sind rechtliche Vertretungsvollmachten der zweitwichtigste Heiratsgrund. 64 Prozent der befragten Studienteilnehmer finden diese bei der Entscheidung zu heiraten wichtig (39 Prozent) bis sehr wichtig (25 Prozent). Traditionelle Werte spielen für 60 Prozent eine Rolle und für 59 Prozent ist die Ehe ein wichtiger bis sehr wichtiger Schritt für die Familienplanung.

Religiöse Hintergründe spielen für über drei Viertel (76 Prozent) der Befragten nur eine untergeordnete Rolle, für über die Hälfte (55 Prozent) der Befragten sogar gar keine. Und auch steuerliche Vorteile haben für 79 Prozent der Befragten keinen wirklichen Einfluss auf die Entscheidung zu heiraten. Für lediglich vier Prozent der Studienteilnehmer waren sie ein sehr wichtiger Grund zu heiraten.

Heiratsgründe nach Geschlecht

Für Frauen ist die Familienplanung wichtig, Männer legen Wert auf Tradition

REGIONALE UNTERSCHIEDE

Aus diesen Gründen wird in den einzelnen Bundesländern geheiratet

TRAUUNG

Freie Trauungen sind gefragt

Zwar ist eine kirchliche Hochzeit mittlerweile auch ohne standesamtliche Trauung möglich, tatsächlich rechtskräftig ist jedoch nur der standesamtliche Ehebund. Dementsprechend entscheiden sich 95 Prozent der Befragten für eine standesamtliche Eheschließung. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der kirchlichen Trauungen leicht angestiegen, von 36 Prozent auf 37 Prozent für 2019.

Seit dem Abschluss des Lebenspartnerschaftsgesetzes im Jahr 2001 können gleichgeschlechtliche Paare eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen. Im Jahr 2015 waren von 78.000 homosexuellen Paaren 43.000 beim Standesamt registriert. Noch 2012 waren es laut Angaben des Statistischen Bundesamts lediglich 26.000. Seit Oktober 2017 können sie nun auch den Ehebund schließen. Den Umfrageergebnissen zufolge wählen die Paare dabei zusätzlich zur standesamtlichen Trauung (93 Prozent) gerne weitere alternative Trauungsarten: 24 Prozent gehen die Vermählung im Kreise ihrer Glaubensgemeinschaft ein und vier Prozent wählen die Trauung durch einen freien Redner.

Besonders hoch sind die Zahlen der kirchlichen Trauungen im Süden Deutschlands: In Bayern suchen 45 Prozent und in Baden-Württemberg 40 Prozent der Studienteilnehmer Gottes Segen. Doch auch in Rheinland-Pfalz (49 Prozent), Nordrhein-Westfalen (40 Prozent) oder Niedersachsen (39 Prozent) entscheiden sich viele Paare für den Gang in die Kirche.

Besonders wenige kirchliche Eheschließungen gibt es in Brandenburg (drei Prozent), Sachsen (13 Prozent) und Sachsen-Anhalt (13 Prozent). In Berlin heiratet ebenfalls nur jeder Dritte kirchlich.

Dafür stark im Kommen: Die (zusätzliche) Trauung durch einen freien Redner. Ganze neun Prozent aller Befragten entscheiden sich für diese sehr persönliche und intime Art der Vermählung – im Vorgleich zum Vorjahr sind das drei Prozent mehr. Besonders gefragt sind freie Redner in Hamburg. Hier lassen sich ganze 30 Prozent von einem freien Redner vermählen.

HOCHZEITSGESCHENKE

Geld ist das beliebteste Geschenk zur Hochzeit

Deutsche Brautpaare haben keine Scheu, Geschenkewünsche offen an ihre Gäste zu kommunizieren. Gefragtester Geschenkewunsch ist dabei Geld. So bitten fast zwei Drittel der Befragten ihre Gäste um Geldgeschenke. Weitere vier Prozent haben zudem eine Geschenkeliste. Zu Spenden für einen guten Zweck fordert ein Prozent der Brautpaare seine Gäste auf.

Ein Drittel der Brautpaare hat nach eigenen Angaben keine Wünsche an seine Gäste.

Tatsächlich erhalten den Umfrageergebnissen zufolge 90 Prozent der Paare (unter anderem) Geld zur Hochzeit. Weitere 28 Prozent bekommen darüber hinaus speziell Geld für die Hochzeitsreise. Auch Gutscheine stehen hoch im Kurs – fast jedes zweite Brautpaar freut sich hierüber.

Immerhin noch 17 Prozent der Befragten erhalten Haushaltswaren und Heimtextilien für den Start in das gemeinsame Leben. Schmuck und Babyausstattung werden mit vier beziehungsweise drei Prozent nur selten geschenkt.

HOCHZEITSGÄSTE

Große Hochzeiten werden wieder beliebter

Der größte Anteil der Befragten (26 Prozent) versendet seine Save-the-Date Karten und Hochzeitseinladungen an 26 bis 50 Gäste. Ein weiteres Viertel lädt sogar zwischen 51 und 75 Gäste zu seinem großen Tag ein. Doch auch mit bis zu 100 Gästen feiern 22 Prozent der Deutschen, elf Prozent sogar mit bis zu 150. Mehr als 150 Gäste laden etwa vier Prozent der Studienteilnehmer ein. Im Vergleich zum Vorjahr 2018 laden Hochzeitspaare somit durchschnittliche wieder mehr Gäste dazu ein, den großen Tag gemeinsam zu zelebrieren.

Hochzeiten im kleinen Kreis, zu dem nur engste Familienangehörige oder Freunde eingeladen werden, waren DER Trend 2018. Praktischer Nebeneffekt dieser so genannten Microweddings: Die Kosten bleiben überschaubar. 2019 ist die Zahl der kleinen Hochzeiten jedoch leicht zurück gegangen: Entschieden sich 2018 noch 17 Prozent der Befragten für eine Hochzeit mit weniger als 25 Gästen, sind es 2019 nur noch zwölf Prozent. Besonders bei Paaren über 40 sind kleine Hochzeiten dabei beliebt: 19 Prozent der über 40-jährigen schloss den Bund der Ehe im Kreis der engsten Angehörigen.

HOCHZEITSBRÄUCHE

Jedes vierte Paar schläft die Nacht vor der Hochzeit getrennt

Hochzeitsbräuche gibt es viele. Doch nur wenige finden heute tatsächlich noch Anwendung. Nur 17 Prozent der Bräute lassen sich über die Schwelle tragen. Nicht einmal jede dritte Braut trägt einen Schleier. Nur 29 Prozent der Paare haben die Nacht vor der Hochzeit getrennt verbracht.

Dennoch gibt es einige Traditionen, die auch heute aktuell sind. So eröffnet fast jedes zweite Brautpaar die Tanzfläche mit einem Hochzeitswalzer und bei 47 Prozent der Hochzeiten wird der Brautstrauß geworfen. Am häufigsten halten sich Paare mit 81 Prozent an den Brauch, dass der Bräutigam das Brautkleid vor der Hochzeit nicht zu Gesicht bekommen darf.

Auch der Brauch, dass die Braut am Tag der Hochzeit etwas Altes, etwas Neues, etwas Geborgtes und etwas Blaues bei sich trägt, erfreut sich hierzulande größter Beliebtheit und wurde von den Brautpaaren häufig unter „Sonstiges“ angegeben. Dem ursprünglich aus England stammenden Brauch zufolge symbolisiert dabei etwas Altes die Beständigkeit, etwas Neues eine glückliche Zukunft, etwas Geborgtes die Freundschaft und Verlässlichkeit und etwas Blaues die Liebe, Reinheit und Treue.

Weitere von den Umfrageteilnehmern genannte Bräuche sind die Brautentführung, das Baumstammsägen, der Schleiertanz sowie das gemeinsame Anschneiden der Hochzeitstorte.

Kein Brauch, aber trotzdem obligatorisch sind für viele Paare die Dankeskarten zur Hochzeit, die nach der Feier an die Gäste geschickt werden und so ein schönes Andenken an den gemeinsam verbrachten Tag schaffen.

INSPIRATION

Pinterest ist weiterhin die Inspirationsquelle Nummer eins

Bevor sich Braut und Bräutigam in die Hochzeitsplanung stürzen, muss zunächst einmal herausgefunden werden, was für eine Art von Hochzeit gefeiert werden soll. Es gilt unzählige Fragen zu klären: pompöses Prinzessinnenkleid oder lieber schlicht und elegant? Stilvolle Hochzeit im Restaurant oder ganz ungezwungen am Strand? Wie soll die Deko aussehen und was soll es zu essen geben? Doch längst sind Brautpaare mit diesen Fragen nicht mehr auf sich allein gestellt. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sich zu informieren und Inspiration für die eigene Traumhochzeit zu finden.

In vielen Themenbereichen stellt das soziale Netzwerk Pinterest dabei die wichtigste Inspirationsquelle dar. 46 Prozent der Befragten pinnen sich Dekoideen auf ihre virtuellen Pinnwände, 40 Prozent holen sich Inspiration für die Gestaltung mit Blumen. Um das richtige Brautkleid oder den idealen Hochzeitsanzug zu finden, nutzen 35 Prozent Pinterest. Das soziale Netzwerk ist somit in seiner Bedeutung für die Hochzeitsinspiration im Vergleich zum Vorjahr noch einmal deutlich gewachsen. In Sachen Hochzeitsgarderobe suchen viele Paare aber auch abseits von Internet und Social Media nach dem perfekten Hochzeitsoutfit: So blättern 23 Prozent in Hochzeitsmagazinen, 15 Prozent folgen den Empfehlungen von Freunden und Verwandten und weitere 21 Prozent besuchen eine Hochzeitsmesse. Dort suchen 13 Prozent gleichzeitig auch nach Inspiration für die Trauringe.

Größeren Einfluss als Pinterest haben oftmals nur persönliche Empfehlungen von Freunden, Bekannten und Verwandten. 46 Prozent aller Befragten verlässt sich besonders beim Essen und Catering auf deren Ratschläge, weitere 46 Prozent bei der Wahl des Fotografen und 31 Prozent bei der Entscheidung für den Hochzeitslocation.

HOCHZEITSSTIL

Der Vintage- und Boho-Trend setzt sich 2019 fort

Auch 2019 bevorzugen die meisten Paare (29 Prozent) eine klassisch-elegante Hochzeit. Auf dem zweiten Platz folgen verspielte Vintage- oder Boho-Hochzeiten. Seit Beginn der Studie 2017 erfreut sich diese ungezwungene Stilrichtung somit von Jahr zu Jahr steigender Beliebtheit, mit 11 Prozent im Jahr 2017, 14 Prozent im Jahr 2018 und erstmals 19 Prozent im Jahr 2019. Der Trend zieht sich dabei durch alle Altersgruppen, lediglich Paare über 50 entscheiden sich mit nur zehn Prozent etwas seltener für den Vintage-oder Boho-Look. Besonders beliebt ist der Stil dieses Jahr in Brandenburg (33 Prozent), Schleswig-Holstein (28 Prozent), Bremen (27 Prozent) und dem Saarland (24 Prozent).

Weitere neun Prozent mögen es rustikal: Sie gestalten ihre Hochzeit nach dem Thema Landhaus. Immerhin 18 Prozent der Befragten gaben an, ihre Hochzeit nach keinem besonderen Stil ausgerichtet zu haben.

Die befragten homosexuellen Paare gestalten ihre Hochzeit ähnlich: 25 Prozent wählen klassische Eleganz, 18 Prozent entscheiden sich für den Vintage- oder Boho-Look und elf Prozent mögen es mit dem Landhausstil rustikal.

HOCHZEITSDEKORATION

Keine Hochzeit ohne Blumen

Dekoration darf auf keiner Hochzeit fehlen – trägt sie doch entscheidend zu Stimmung und zum Ambiente bei. Ob dezent und schlicht oder auffällig und pompös hängt dabei ganz vom Geschmack des Brautpaars ab. Fehlen dürfen Blumen jedoch bei den wenigsten: 99 Prozent aller Befragten geben an, Blumen als Dekoelement auf ihrer Hochzeit zu verwenden. Diese werden zum größten Teil gekauft (83 Prozent), zwölf Prozent machen sie jedoch auch zum Teil selbst. Drei Viertel der Paare gestalten ihre Hochzeit mit verzierten Schildern, Wegweisern oder Beschriftungen und über die Hälfte aller Paare sorgt mit Lampions oder Luftballons für eine stimmungsvolle Atmosphäre.

Der Trend Fotobooth setzt sich auch 2019 fort. Fast die Hälfte aller Paare verwendet mittlerweile einen Fotobooth, mit dem sich Gastgeber und Gäste per Selbstauslöser und mit jeder Menge lustiger Accessoires fotografieren können. Eine Candy Bar mit süßen Leckereien findet sich auf jeder fünften Hochzeit.

DIY TREND

Besonders für ihre Gäste werden Brautpaare selbst kreativ
Viele Brautpaare möchten ihrer Hochzeit einen individuellen Touch verleihen und greifen bei der Dekoration selbst in die Bastelkiste. Besonders Schilder, Wegweiser und Beschriftungen werden dabei in fast der Hälfte aller Fälle von den Brautleuten selbst gemacht und sorgen so für eine persönliche Note. Die Hochzeitsgäste werden von 44 Prozent der Paare mit einem DIY Gastgeschenk beglückt und auf 31 Prozent der Hochzeiten können sie sich in einem selbstgemachten Gästebuch verewigen. Für gute Stimmung sorgen 18 Prozent mit einer selbstgemachten Candy Bar und zwölf Prozent mit einem Fotobooth.

HOCHZEITSLOCATION

Die meisten Hochzeitsfeiern finden im Restaurant statt

Beim Feiern darf das Essen nicht fehlen – diese deutsche Leidenschaft spiegelt sich mehr als deutlich in der Wahl der Hochzeitslocation wider. 37 Prozent der Befragten geben an, in einem Restaurant oder Gasthaus zu feiern. Mit einigem Abstand folgt die Feier in einer Eventlocation (22 Prozent).

Etwa elf Prozent der Befragten entscheiden sich für ein Hotel als Hochzeitslocation. Eine Märchenhochzeit in einem Schloss wählen rund sechs Prozent aller Paare. Rustikal und passend zum aktuellen Vintage und Boho Trend mögen es weitere fünf Prozent der Befragten. Sie feiern auf einem Bauernhof oder in einer Scheune.

ENTFERNUNG ZUM WOHNORT

Die meisten Brautpaare feiern in direkter Umgebung

Gefeiert wird, wo man zuhause ist. Bei 92 Prozent der Umfrageteilnehmer findet die Feier im regionalen Umkreis statt. Davon wählen 36 Prozent sogar den eigenen Wohnort. In einem anderen Bundesland feiern sechs Prozent und im europäischen Ausland zwei Prozent der Befragten.

Doch nicht überall ist man einer Feier abgeneigt, die etwas weiter vom Wohnort entfernt ist. Betrachtet man die Bundesländer im Vergleich, sticht heraus, dass Hochzeitsfeiernde aus Berlin (20 Prozent) und Hamburg (28 Prozent) gerne die Stadt verlassen. Grund hierfür könnten die niedrigeren Preise auf dem Land oder der Wunsch vieler Großstädter nach einer Hochzeit im Grünen sein. Doch auch in Sachsen-Anhalt (17 Prozent) und im Saarland (19 Prozent) gibt ein Großteil der Befragten an, die Hochzeitsfeier in einem anderen Bundesland durchzuführen. In Sachsen hingegen mag man es exotisch: Vier Prozent der Befragten geben an, die Hochzeit auf einem anderen Kontinent zelebriert zu haben. Fünf Prozent der Hamburger feiern zudem im Europäischen Ausland.

FINANZIERUNG

Weniger Paare finanzieren 2019 ihre Hochzeit selbst

Selbst ist der Mann – und auch die Frau. 83 Prozent der Befragten geben an, ihre Hochzeit zumindest zum Teil selbst finanziert zu haben. Etwa ein Viertel (26 Prozent) der Selbstfinanzierer erhielt dabei zusätzlich finanzielle Unterstützung von Eltern und Schwiegereltern. Ganze 62 Prozent aller Befragten trugen die Kosten allein, ohne weitere Unterstützung. Das ist ein deutlicher Anstieg, denn im Vorjahr trugen nur rund 42 Prozent der Befragten die Kosten komplett selbstständig. Bei weniger als einem Prozent der Brautpaare übernahmen die Eltern die Hochzeitskosten komplett. Für 35 Prozent hingegen stellten Geldgeschenke zur Hochzeit eine wichtige Finanzierungshilfe dar.

Über vier Prozent der Befragten waren bei der Finanzierung der Hochzeit auf einen Kredit angewiesen, mit dem sie für Location, Catering, Hochzeitskarten und mehr aufkamen.

KOSTEN

5.000 bis 10.000 Euro kostet eine Hochzeit durchschnittlich

Den schönsten Tag im Leben lassen sich Brautpaare einiges kosten: 26 Prozent der Befragten geben an, zwischen 5.000 bis 10.000 Euro für die Hochzeit ausgegeben zu haben. Weitere 25 Prozent investieren sogar 10.000 bis 15.000 Euro in ihre Hochzeit.

Immerhin 21 Prozent der Befragten kommen auch mit einem Budget unter 5.000 Euro zurecht. Richtig krachen lassen es ca. acht Prozent der Paare: Sie geben über 20.000 Euro für ihren besonderen Tag aus.

Die Bereitschaft, viel für eine Hochzeit auszugeben, ist unterschiedlich je nach Altersgruppe. So zeichnet sich ab, dass mit steigendem Alter die Höhe des Budgets sinkt. Paare über 50 geben zu 39 Prozent nur 5.000 bis 10.000 Euro aus, 29 Prozent sogar nur 1.000 bis 5.000 Euro. Grund hierfür könnte sein, dass es sich bei den Hochzeiten bereits um die zweite Eheschließung handelt.

REGIONALE UNTERSCHIEDE

So viel wird in den Bundesländern für eine Hochzeit ausgegeben

Die Bewohner einiger Bundesländer geben für ihre Hochzeit deutlich mehr aus als der Rest Deutschlands: So investieren beispielsweise 33 Prozent der Hamburger, 34 Prozent der Rheinland-Pfälzer und 35 Prozent der Thüringer zwischen 10.000 und 15.000 Euro in ihren großen Tag. Noch exklusiver mögen es je drei Prozent der Bayern und Baden-Württemberger: Hier lassen je drei Prozent zwischen 25.000 bis 30.000 Euro für die Hochzeits springen, in Hamburg sind es sogar fünf Prozent.

KOSTENFAKTOREN

Essen und Getränke sind der größte Kostenfaktor

Für das leibliche Wohl der Gäste muss gesorgt sein. Dementsprechend viel geben Hochzeitspaare für Essen und Getränke auf ihrer Feier aus: Ganze 31 Prozent investieren zwischen 2.000 und 5.000 Euro, weitere 32 Prozent sogar über 5.000 Euro. Für das Brautkleid beziehungsweise den Anzug geben 60 Prozent der Frauen und 53 Prozent der Männer zwischen 500 und 2.000 Euro aus. Für die Ringe, die zunehmend über Online Shops bezogen werden, fallen bei 61 Prozent 500 bis 2.000 Euro an.

Ein weiterer hoher Kostenfaktor ist die Miete für die Hochzeitslocation. Jeder Zehnte investiert zwischen 2.000 und 5.000 Euro in seine Traumlocation, sechs Prozent sogar über 5.000 Euro.

DO’S & DONT’S

Ein Gast in Weiß ist für viele absolut tabu

Weiß ist die Farbe der Braut. Dementsprechend ist für 52 Prozent der Befragten ein Gast in einem weißen Kleid ein absolutes Tabu. Knapp ein weiteres Viertel findet es zumindest schlimm, wenn ein Gast Weiß trägt. Doch nicht jede Braut möchte unbedingt die Einzige in Weiß sein. Ganze 18 Prozent der Befragten finden einen Hochzeitsgast in einem weißen Kleid durchaus akzeptabel, sieben Prozent finden es sogar vollkommen in Ordnung.

Zudem möchten Brautpaare an ihrem großen Tag im Mittelpunkt stehen. So geben 88 Prozent der Befragten an, dass sie es als schlimm bis absolut tabu empfinden, wenn sich Gäste in den Vordergrund spielen. Auch Langeweile ist nicht gern gesehen: 79 Prozent der Deutschen finden es nicht in Ordnung, wenn die Gäste nicht tanzen und 74 Prozent ärgern sich über Gäste, die sich draußen tummeln und dadurch die Feierlichkeiten verpassen. Weiterhin empfinden knapp drei Viertel der Befragten Reden, die Peinlichkeiten über die frisch Vermählten zum Thema haben, als schlimm bis absolut tabu.

Als weniger schlimm hingegen wird es empfunden, wenn Handyfotos gemacht und diese in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Instagram veröffentlicht werden. Über die Hälfte der Befragten findet dies mittlerweile akzeptabel oder völlig in Ordnung. Auch mit Gästen ohne Geschenk oder zu spät kommenden Gästen kann gut jeder zweite Befragte leben, ebenso finden 43 Prozent der Deutschen übermäßigen Alkoholkonsum verzeihbar.

Der Vergleich der Geschlechter zeigt, dass Männer und Frauen ähnlich ticken beim Empfinden darüber, was auf einer Hochzeit tabu ist und was nicht. Dennoch zeigen sich einige kleine Unterschiede. Insbesondere auf einen Gast in Weiß reagieren die Damen allergisch: 76 Prozent der befragten Frauen empfinden dies als schlimm bis absolut tabu, bei den Männern sind es nur 71 Prozent. Ein deutlicher Unterschied besteht jedoch bei nicht tanzenden Gästen: 81 Prozent der Frauen finden dies schlimm bis absolut tabu, bei den Männern sind es nur 67 Prozent.

Bei einem Gast ohne Geschenk können 59 Prozent der Männer ein Auge zudrücken, aber nur 51 Prozent der Frauen. Das Veröffentlichen von Handybildern in den sozialen Netzwerken sehen Männer ebenfalls strenger als Frauen: 52 Prozent der Männer finden es absolut tabu bis schlimm, bei den Frauen sind es nur 44 Prozent.

Unterschiede nach Geschlecht

So unterschiedlich sehen Männer und Frauen die Hochzeitstabus

FLITTERWOCHEN

Jedes dritte Paar verzichtet auf die Hochzeitsreise

Nach dem Trubel der Hochzeit freuen sich viele Frischvermählten auf die wohlverdienten Flitterwochen. Doch nicht jedes Paar startet nach der Hochzeit in den Urlaub. Ganze 32 Prozent der Befragten geben an, keine Flitterwochen zu haben – das sind vier Prozent mehr als im Vorjahr.

Diejenigen, die sich eine gemeinsame Auszeit gönnen, bevorzugen mit Abstand einen Strandurlaub (27 Prozent). Nur acht Prozent der Umfrageteilnehmer unternehmen eine Rundreise, um verschiedene Orte kennen zu lernen, und sieben Prozent wählen einen Städtetrip. Sportlich mögen es sechs Prozent: Sie powern sich in einem Aktivurlaub aus. Erholung vom Hochzeitsstress suchen fünf Prozent der Paare in einem Wellnessurlaub und weitere fünf Prozent unternehmen eine Kreuzfahrt. Eher wenig gefragt sind Campingurlaube und Safaris mit je zwei Prozent.

REISEZIELE

Flitterwochen in Deutschland erfreuen sich großer Beliebtheit

Es muss nicht immer ins Ausland gehen – das denken rund 16 Prozent der Umfrageteilnehmer. Sie verbringen ihre Flitterwochen in Deutschland. Mit 44 Prozent wählt jedoch der größte Teil der Befragten das europäische Ausland. Die restlichen 40 Prozent wagen sich auf einen anderen Kontinent: Je zwölf Prozent fliegen nach Afrika oder Asien und neun Prozent nach Nord-Amerika. Australien und Süd-Amerika hingegen werden nur selten als Ziel für die Hochzeitsreise gewählt.

BRAUTKLEID NACH DER HOCHZEIT

Drei Viertel der Brautkleider werden als Erinnerung aufbewahrt

Ganze 77 Prozent aller Bräute behalten ihr Hochzeitskleid im Anschluss an die Hochzeit unverändert und bewahren es zur Erinnerung auf. Etwa zwei Prozent lassen sich ihr Kleid umschneidern, um es alltagstauglich zu machen, etwa ein Prozent färbt es hierfür ein. Sechs Prozent verkaufen ihr Brautkleid und sechs Prozent haben kein Brautkleid zur Hochzeit getragen. Sie wählen oft ein alltagstaugliches Kleid, das auch nach der Hochzeit noch getragen werden kann, ebenso wie Dirndl, die sich ebenfalls noch zu anderen Anlässen tragen lassen. Trash-The-Dress-Fotoshootings hingegen werden nur selten durchgeführt: Nur ein Prozent opfert ihr Kleid für außergewöhnliche Hochzeitsfotos, bei denen das Brautkleid beispielsweise von Meerwasser durchtränkt, in Brand gesteckt oder mit Farben und Schlamm bespritzt wird.

Die vollständigen Ergebnisse finden sich unter: www.kartenmacherei.de/hochzeitsstudie/.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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