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Pinterest für Ihr Brautmodengeschäft – Interview mit Pinterest Expertin Alexandra Polunin

In einer Welt der sozialen Medien fragen sich Unternehmer manchmal, ob sie die richtigen Social-Media-Instrumente zur Förderung ihrer Unternehmen einsetzen. Und in Brautmodengeschäften haben wir immer wieder von Social-Media-Experten gehört, dass die Nutzung von Pinterest für Brautmodengeschäfte unerlässlich ist.

Deshalb haben wir uns mit der Pinterest-Expertin und Unternehmensberaterin Alexandra Polunin getroffen, um zu erfahren, warum die App ein wichtiges Instrument zur Förderung Ihres Brautmodengeschäfts sein kann und wie Sie mit ihrer Hilfe Termine mit Ihren Bräuten generieren können.

Wie sind Sie ein Fan und Experte von Pinterest geworden?

Bevor ich überhaupt nur daran gedacht habe, Beraterin für Pinterest-Marketing zu werden, habe ich die Plattform mit Vorliebe privat genutzt. Seit 2011 fand ich dort Inspiration für Kindergeburtstagsfeiern, Einrichtung und Rezepte.

Als ich mich dann Ende 2015 selbstständig gemacht habe (damals noch als Lektorin und Texterin), stand ich vor einer Herausforderung, die viele Selbstständige und Unternehmen kennen: Kundenakquise.

Auf US-amerikanischen Blogs las ich von der Geheimwaffe Pinterest, und ich dachte mir: Das probierst du aus! Ich setzte mein Unternehmensprofil auf und fing an, strategisch zu pinnen. Nach nur drei Monaten hatte ich über zehntausend Websitebesucher von Pinterest, und in meinen Online-Kreisen stieß ich auf großes Interesse. Alle wünschten sich mehr Websitebesucher, Interessenten und Kunden. Und als ich dann die erste Anfrage mit „Alex, kannst du für mich pinnen?“ bekam, konnte ich mein Glück kaum fassen.

Das war der Sommer 2017 und der Startschuss für meine Selbstständigkeit als Beraterin für Pinterest-Marketing.

Was ist das Einzigartige an Pinterest, das Instagram oder Facebook nicht bietet?

Es ist wichtig zu verstehen, dass Pinterest sich grundlegend von Instagram oder Facebook unterscheidet: Pinterest ist eine visuelle Suchmaschine, während Instagram und Facebook Social-Media-Kanäle sind.

Die Menschen, die auf Pinterest unterwegs sind, wollen sich deshalb in erster Linie nicht mit anderen Menschen verbinden, sondern suchen vor allem nach kreativen Ideen, Anregungen, Anleitungen und Inspiration. Sie gehen zu Pinterest, wenn sie sich gerade überlegen, was sie als nächstes tun oder kaufen wollen, und nutzen die Plattform zum Planen von zukünftigen Ereignissen.

Warum sollten Brautmodengeschäfte erwägen, Pinterest als Marketinginstrument für ihre Unternehmen zu nutzen?

Ich weiß noch gut, wie ich bei meiner eigenen Hochzeit vor zehn Jahren den Hochzeitsmessen entgegen fieberte. Damals gab es neben Büchern und Magazinen leider kaum eine andere Möglichkeit für mich, Ideen und Inspirationen für meine Feier zu sammeln.

Seit Pinterest ist natürlich alles anders. Bräute der Generation Z legen sich erstmal einen Pinterest-Account an, bevor sie sich an die Hochzeitsplanung machen. Sie suchen nach Kleidern, Torten, Einladungskarten, Deko, Frisuren, Haarschmuck, Flitterwochen und pinnen sie auf ihren Pinnwänden.

Brautmodengeschäfte können hier natürlich wunderbar ansetzen. Wenn es ihnen gelingt, Inspirationsräume zu schaffen, erreichen sie Bräute, die nicht einfach nur ihre Posts liken, sondern aktiv werden und Ideen umsetzen oder Produkte kaufen wollen.

Können Postings bei Pinterest tatsächlich zu Terminen mit Bräuten führen?

Ich rate Unternehmen erst einmal dazu, die Kundenreise durchzuspielen. Am Anfang steht immer eine Suchanfrage bei Pinterest. Nutzerinnen suchen nach einem bestimmten Begriff (z.B. „Fascinator Hochzeit“), bekommen viele Pins als Suchergebnis angezeigt und klicken auf den Pin mit dem Fascinator, der sie optisch am meisten anspricht. Macht die Pinbeschreibung die Nutzerinnen neugierig und wollen sie mehr wissen, gehen sie auf die Website.

Und jetzt wird es spannend. Gibt es hier die Möglichkeit, das Produkt online zu kaufen? Wird ein Newsletter angeboten? Ist die Terminvereinbarung gut sichtbar (oder irgendwo in der Ecke versteckt, wo es niemand sehen kann)? Je einfacher es für einen Websitebesucher ist, im Kontakt mit dem Unternehmen zu bleiben, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass Pinterest als Kanal funktioniert und zu neuen Kunden führt. Und wenn es nicht beim ersten Websitebesuch klappt, dann vielleicht beim nächsten. Durchschnittlich braucht es 7–10 Kontakte mit einer Marke, bevor es zum Kauf kommt.

Es ist also wichtig zu verstehen, dass Pinterest niemals isoliert, sondern immer nur im Kontext der Website betrachtet werden muss. Dann klappt es auch mit den Terminen.

Wie viel Zeit muss ein Unternehmen investieren, um auf Pinterest erfolgreich zu sein?

Hier würde ich differenzieren: Die Einrichtung eines Unternehmensprofils auf Pinterest ist deutlich umfangreicher als beispielsweise auf Instagram. Zu Beginn sollte man daher 15–20 Stunden in die strategische Ausrichtung, die einmalige Keywordrecherche, die Einrichtung des Scheduling Tools etc. einplanen.

Dieser einmalige Aufwand hält viele Unternehmen ab, Pinterest strategisch zu nutzen, doch es lohnt sich: Wenn erstmal alles steht, ist Pinterest die effizienteste Marketing-Plattform, die es zur Zeit gibt. Die meisten meiner Kunden benötigen – je nach Nische und Fähigkeiten – zwischen 4–8 Stunden im Monat! Das ist ungefähr ein Viertel von dem, was die meisten für Instagram und Co. brauchen.

Kann die Nutzung von Pinterest einem Unternehmen helfen, auch seine anderen Social-Media-Seiten auszubauen?

Ja, das ist durchaus möglich. Seit einiger Zeit können wir Instagram, YouTube oder auch Etsy mit Pinterest verknüpfen und die Inhalte der anderen Plattformen auf Pinterest pinnen.

Wie gut das funktioniert, hängt stark vom Thema und der Qualität des Contents ab. Ein Brautmodengeschäft, das hochwertige Bilder auf Instagram postet, hat natürlich bessere Chancen auf Pinterest als jemand, der dunkle und verwackelte Instagram-Fotos pinnen will. Aber testen würde ich die Verknüpfung auf jeden Fall.

Für diejenigen, die vielleicht mit der Beherrschung von Social-Media-Tools überfordert sind: Wie lange dauert es, Pinterest zu erlernen, und wie helfen Sie Unternehmen zum besseren Verständnis der App?
Pinterest erscheint vielen Unternehmen am Anfang als kompliziert. Vielleicht deshalb, weil es so ganz anders funktioniert, als die Plattformen, die man so kennt?! Daher habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, Selbstständigen und Unternehmen beim strategischen Aufbau von Pinterest zu unterstützen.

In der Smart Pin Academy meinem Online-Programm für Pinterest-Einsteiger, haben die meisten Teilnehmerinnen nach zehn Wochen ein fertiges Profil, pinnen regelmäßig und freuen sich bereits über die ersten Websitebesucher von Pinterest.

Können Sie uns für Brautgeschäfte, die bereits Pinterest verwenden, einige Top-Tipps geben, die wir im Auge behalten sollten?
Für Fortgeschrittene würde ich auf jeden Fall empfehlen, mit den neueren Video-Pins zu experimentieren. Diese werden gerade von Pinterest gepusht und mit extra viel Reichweite belohnt. Wer Bräute in bestimmten Regionen erreichen will, kann natürlich auch Werbeanzeigen auf Pinterest schalten. Während wir beim organischen Pinterest-Marketing es natürlich auch ein Stück weit dem Zufall überlassen, wer unsere Pins sieht, können wir bei Werbekampagnen die Menschen, die unsere Pins sehen sollen, definieren.

Was raten Sie Kleinunternehmern, die sagen: Ich habe einfach keine Zeit für soziale Medien?
Gerade wenn Zeit ein knappes Gut ist, ist Pinterest die perfekte Marketing-Plattform. Denn im Gegensatz zu Instagram oder Facebook muss man auf Pinterest nicht mit den Nutzern interagieren, um Erfolg zu haben. Kommentare oder Likes spielen keine große Rolle auf Pinterest. Live-Videos oder Stories, die wieder nach 24 Stunden verschwinden, gibt es gar nicht erst.

Daher können vielbeschäftigte Unternehmer das Pinterest-Marketing komplett an eine virtuelle Assistentin auslagern. Das ist eine Investition, die sich aus Unternehmersicht absolut lohnt.

Wir bedanken uns bei Alexandra Polunin für dieses Interview.

Für weitere Informationen besuchen Sie Alexandra Polunin

 

 

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