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Im Interview: Kerstin Mechler von „Küss die Braut“

 

Kerstin Mechler ist Brautmodedesignerin. Sie gründete 2009 ihr eigenes Labels „küssdiebraut“ im süddeutschen Mudau.

Ihr Ziel ist es, Qualität, moderne Optik und ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis beim Design miteinander zu verbinden – auch bei ihrer Plus Size-Linie. Bridal Times hat mit der ambitionierten Designerin über ihren Werdegang und das perfekte Brautkleid gesprochen.

Frau Mechler, wie sind Sie zur Brautmode gekommen?

Das Designen von Brautkleidern ist die Königsdisziplin und sehr anspruchsvoll. Das hat mich fasziniert und auch das Brautkleid an sich. Schon als Kind habe ich Stunden mit dem Brautkleid meiner Mutter gespielt, bis es auseinandergefallen ist; das hat mich wohl geprägt. Nach meinem Modedesign-Studium habe ich zehn Jahre Berufserfahrung im Bereich der DOB gesammelt: Ich war nicht nur für das Design verantwortlich, sondern auch für die weltweite Produktion und das Trendscouting. Nach den Stationen als Head of Design & Marketing und der Geschäftsführung fühlte ich mich reif, meine eigene Firma zu gründen: So entstand 2009 küssdiebraut.

Was ist Ihr Ziel bei küssdiebraut?

In der Gründungsphase der Marke habe ich gemerkt, dass es kaum europäische Brautmodenlabels gibt, die ein modernes Design, einen hohen Qualitätsanspruch und ein vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis miteinander verbinden konnten. Diese Lücke will ich mit küssdiebraut schließen.

Gelingt Ihnen das?

Ja! Ich kann sehr frei und kreativ mit den besten Materialien und edelsten Stoffen arbeiten. Die Liebe steckt wirklich im Details, wie man so schön sagt. Und die preisliche Kalkulation stimmt auch.

Was inspiriert Sie?

Inspirationen sammle ich bewusst und unbewusst immer und überall. Ich zeichne und mache mir Notizen – all das kommt in eine große Kiste. Wenn es dann in die Kreationsphase geht, habe ich viele tolle Ideen, die ich dann mit Stoffen und Zutaten umsetzen kann.

Gibt es bei der Brautmode ebenso schnelllebige Trends wie bei der DOB?

Die Trends sind nicht ganz so kurzfristig wie in der DOB. Hier geht es langsamer. Grundsätzlich gibt es natürlich verschiedene modische Stile: Die naturverliebte Hippie-Braut, die nostalgische Braut im Stil von The Great Gatsby, die fröhlich-freche Retro-Braut mit Petticoat im Fifties-Style oder auch die etwas kitschige Sissi-Braut im Prinzessinnen-Look sind beliebt. Mir geht es aber vielmehr darum, dass sich die Braut nicht verkleidet, sondern sich in dem Kleid rundum wohlfühlt. Es muss authentisch sein.

Welche Trends und Stile haben Sie in Ihrer aktuellen Kollektion umgesetzt?

Der typische küssdiebraut-Look ist schlicht, modern und geradlinig. Ich liebe Brautkleider im Boho Look der Siebzigerjahre mit leichten, zarten unterschiedlichen Spitzenstoffen – besonders in der lässigen Kombination mit unserer coolen Jeansjacke. Generell haben unsere Brautkleider einen eher schlichten, zurückhaltenden Stil, der mit passenden Accessoires von jeder Braut individuell mitgestaltet wird.

Sie bieten auch Brautkleider ab Größe 48 an – was unterscheidet diese Kleider für starke Frauen?

Ich mache keinen großen Unterschied in der Schnittführung oder Materialauswahl. Es gibt also keine Spezial-Kollektion, sondern die Devise lautet „Gleiches Kleid für alle“, was bedeutet, dass ich einfach unsere Größenrange erweitert habe, bis Konfektionsgröße 52. Diese Bräute bekommen den gleichen hübschen Vintage-Look mit den gleichen edlen Materialien.

Was macht das perfekte Brautkleid aus?

Ein Brautkleid ist perfekt, wenn es die Braut kleidet und nicht verkleidet, und sie sich darin wunderschön und wohlfühlt, wenn sie ihren großen Tag unbeschwert darin genießen kann.

Wie wichtig ist gutsitzende Unterwäsche für den Hochzeitstag?

Sehr wichtig, denn egal, ob im Alltag oder an der Hochzeit, wenn bei der Wäsche etwas zwickt, kneift oder stört, fühlt man sich einfach nicht wohl. Allerdings braucht man nicht zwingend unter jedem Kleid eine Korsage: Weniger ist manchmal auch mehr. Manche Brautkleider lassen durch extravagante Ausschnitte oder Transparenz gar kein Darunter zu – das mag nicht jede Frau. Darum ist es wichtig, dass solche Kleider anprobiert und auf Tauglichkeit und Sitz geprüft werden.

Haben Sie noch einen Tipp, wie man Brautmode gut verkaufen kann und was bei der Beratung im Fachgeschäft im Sinne der Kundin zu beachten ist?

Ein natürliches, freundliches und ehrliches Miteinander ist das Wichtigste, denn die Anprobe eines Brautkleides ist etwas ganz Besondere und durchaus auch sehr intim – wann wird man heutzutage sonst noch von einer (fremden) Person an- und ausgekleidet? Mit Freude und Spaß an diesem wunderschönen Produkt kann eigentlich nichts schiefgehen.

Um die gesamte Kollektion des Jahres 2018 zu sehen besuchen Sie: https://www.kuessdiebraut.de/

 

 

 

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