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Im Interview: Couture Designer Emanuel Hendrik

 

Er ist der „Belle Rebelle“ unter den Brautmoden-Designern und fertigt seit 2011 individuelle Bridal Couture und extravagante Mix & Match-Dresses mit lässigem Beach Spirit: Die Rede ist von Emanuel Hendrik, der mit seinem gleichnamigen Label die Brautmodenwelt aufgemischt hat. Wir haben mit dem Wahl-Düsseldorfer über sein einzigartiges Konzept gesprochen.

 

Herr Hendrik, wie sind Sie zum Design gekommen?

Schon als kleiner Junge war ich sehr kunstinteressiert. Mit sechszehn bin ich dann im Zuge eines Schüleraustauschs nach Neuseeland geflogen. Die Natur, der Beach, die offene Gesellschaft dort – das alles hat mir so gut gefallen, dass ich nicht mehr zurück wollte. Zudem war ich auf einer sehr künstlerisch ausgerichteten Schule, an der Fächer wie Fotografie, Design und Malerei gelehrt wurden – so etwas gab es damals in Deutschland noch gar nicht.

Ich hatte in Neuseeland die Möglichkeit, mich als Künstler zu entwickeln und erhielt ein Stipendium für die Victoria University in Wellington, wo ich mich für den Studiengang Architektur einschrieb. Doch schon nach der ersten Vorlesung war mir klar, dass das nichts für mich war – so wechselte ich zum Studiengang Industrie-Design, den ich nach vier Jahren mit Auszeichnung abgeschlossen habe.

Und dann haben Sie Ihr eigenes Label gegründet?

Nein, ich bin zurück nach Deutschland gereist – ich wollte ja auch irgendwann mal arbeiten, anstatt nur zu surfen – und war zunächst zwei Jahre als Berater tätig. Ich analysierte Märkte und Zielgruppen, und entwickelte gezielt darauf zugeschnittene Designs – aber eben für andere. Irgendwann dachte ich mir: ‚Das kann ich besser‘, und machte mich mit einem eigenen HAKA-Label selbstständig. Meine Anzugkreationen waren sehr bunt und sehr extravagant: Mal mit kurzer Hose, mal mit wilden Stoffen oder auffälligen Applikationen. Sie waren so extravagant, dass schon bald die ersten Bräutigame bei mir im Atelier standen – und darüber kamen dann auch die Bräute.

Vermutlich Bräute, die nach ganz unkonventionelleren Kreationen suchten?

Genau: Mädels, die zum Beispiel ein bisschen tätowierter waren oder am Strand heiraten wollten. Für die Braut war es ein echtes Erlebnis, wenn ich die Entwürfe zeichnete und ihre speziellen Wünsche und Vorstellungen zu Papier brachte – natürlich nicht, ohne meine individuelle Handschrift einfließen zu lassen. Ich weitete schon bald die Schneiderei in meinem Düsseldorfer Atelier aus und suchte in ganz Europa nach neuen, feinen Stoffen, die so hier in Deutschland nicht zu bekommen waren. Ich wollte immer, dass meine Braut schön aussieht – und das ist bis heute das Wichtigste für mich.

Schön sehen sie definitiv aus – insbesondere in Ihren Mix & Match-Kreationen, durch die Sie ja erst richtig bekannt wurden …

Ja, ich tendierte mit meinen Braut-Designs nach und nach immer mehr in die lässige Beach-Richtung, und so entstanden schließlich die Zweiteiler, bestehend aus Body und Rock. Später kamen noch die Schleppen hinzu. Mir war wichtig, dass meine Brautmode nachhaltig ist – ich wollte etwas kreieren, das mehr als einmal getragen werden kann. Die Bodies sind in der Maschine bei 30 Grad waschbar und kommen häufig in den Flitterwochen erneut zum Einsatz, etwa für schicke ‚Angeber-Bilder‘ im Wasser – das lieben meine Bräute!

Und das lieben vermutlich auch die Händler, oder?

Ja, der Handel schätzt sehr, dass wir so auf Nachhaltigkeit und Qualität fokussiert sind. Alle Emanuel Hendriks Kreationen sind „Made in Germany“, ausschließlich aus europäischen Materialien gefertigt und haben eine ganz eigene, hochwertige Handschrift, die sich natürlich auch in der gesamten Markenkommunikation widerspiegelt. Aus diesem Grund bin ich auch wahnsinnig viel unterwegs und bei den meisten Shootings persönlich vor Ort.

Für meine Händler ist es sehr wichtig, dass sie gut betreut werden – dazu gehört auch ein kontinuierlicher Austausch. Gemeinsam mit ihnen veranstalte ich regelmäßig Designer Days und rede mit den Kundinnen vor Ort. Nur, wenn ich das Feedback der Bräute und Händler kenne, kann ich bestehende Designs entsprechend optimieren. Die Bräute sollen am Ende glücklich sein und in meinen Kreationen das Maximum an Komfort genießen.

Kann denn eine Brautrobe wirklich komfortabel sein?

Ja, natürlich – unser Rockmodell Tullina ist das beste Beispiel dafür: Der relativ pompöse Rock ist aus 35 Metern Tüll gefertigt, der die Braut mit seinen sechs opulenten Lagen doch vor allem vor eine große Herausforderung stellt: Wie gehe ich damit auf die Toilette? Aus diesem Grund habe ich ihn einfach als Wickelrock kreiert, der sich bequem seitlich öffnen lässt – kein mühsames Hochheben und kein Knittern mehr. Zudem kann der Rock dank eingearbeiteter Druckverschlüsse in der Bundweite und somit auch in der Länge reguliert werden – wenn sich die Braut also abends unbemerkt ihrer High Heels entledigen möchte, trägt sie den Rock einfach auf der Hüfte anstatt in der Taille.

Das zeichnet übrigens all meine Mix & Match Kreationen aus: Dass man den Look tagsüber variieren kann – so können besonders mutige Bräute beispielsweise auch Schleppe und Body zur Party am Abend ganz ohne Rock tragen. Und genau das ist der Spirit, die meine Designs transportieren sollen: Leichtigkeit. Ich entwerfe Brautkleider, die einfach cooler, frecher und lässiger sind – gemacht für selbstbewusste und starke Frauen, die mitten im Leben stehen.

 

Weitere Informationen zu Emanuel Hendrik finden Sie hier

 

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