Die Zahl der jährlichen Eheschließungen in Deutschland ist im Jahr 2016 um 2,6 % auf 410.000 gestiegen.* Doch wie heiraten die Brautpaare in Deutschland? Und lassen sich neue Trends erkennen?
Basierend auf einer großen deutschlandweiten Umfrage auf Hochzeitsmessen und auf Online-Plattformen im Herbst/Winter 2017/2018 hat cariñokarten eine Studie erarbeitet, die zeigt, was den Brautpaaren für ihre Hochzeiten in 2018 und 2019 wichtig ist. Welcher Hochzeitsstil und welche Farben sind die beliebtesten? Welches durchschnittliche Budget wird für die Hochzeitsfeier eingeplant? Und natürlich: Wie gehen die Brautpaare mit den sozialen Medien vor, während und nach der Hochzeit um?
Bridal Times freut sich, diese interessante Studie mit unseren Lesern teilen zu dürfen! Unterstützen Sie als Brautmodenhändler damit Ihre Brautleute, damit diese ihren passenden Trend finden.
Planungszeit
45,06 % der Brautpaare nehmen sich 12 – 18 Monate Zeit für die Hochzeitsplanung. Ca. ein Drittel feiert die Hochzeit nach weniger als einem Jahr Planungszeit. Das stellt eine interessante Entwicklung entgegen eines Trend in der Hochzeitsbranche dar, da viele Fotografen und Locations bereits 1.5 Jahre im Voraus ausgebucht sind – vor allem für Hochzeiten im Frühling und Sommer.
Wer übernimmt was?
Alle Bereiche während der Hochzeitsvorbereitungen werden zwischen 37 und 95 % gemeinsam von den Brautpaaren erledigt. Es zeichnen sich aber auch einige Bereiche ab, die eher alleine von der Braut bzw. dem Bräutigam bearbeitet werden.
Die Braut kümmert sich häufiger um die Themenbereiche Hochzeitstorte, Dekoration, Gastgeschenke und Papeterie. Der Bräutigam hingegen widmet sich den Bereichen Flitterwochen, Musik und Hochzeitsgefährt.

Hochzeitsthema, Brautkleid, Ringe, Flitterwochen:
Wie konkret sind die Vorstellungen der Paare?
Die Brautpaare wurden gefragt, wie konkret ihre Vorstellungen zu den folgenden Aspekten am Anfang der Hochzeitsvorbereitungen sind bzw. waren. Die sollten sie auf einer Skala von 1 (keine Vorstellungen) bis 10 (sehr konkrete Vorstellungen) bewerten.
- Outfit von Braut/Bräutigam
- Ablauf der Hochzeitsfeier
- Hochzeitsmotto Catering
- Fotos/Videos von der Hochzeit
- Flitterwochen
- Trauringe
Durchschnittlich 22 – 28 % der Brautpaare haben mit 9 – 10 sehr konkrete Vorstellungen zu Outfit, Catering, Fotos/Videos, Flitterwochen und Trauringen. 43 % der Brautpaare hatten keine Vorstellung zum Hochzeitsmotto (Bewertung 1 – 2), nur 15 % hatten hier schon konkrete Ideen.
Ca. ein Fünftel der Befragten gibt an, sehr konkrete Vorstellungen vom Outfit gehabt zu haben (22 %), vor allem wurde das von den befragten Paaren in Wolfsburg (30 %), Köln (29 %) und Berlin (29 %) angegeben. Weniger genaue Vorstellungen zu Brautkleid und Hochzeitsanzug haben die Bräute und Bräutigame in Ludwigsburg (17 %) und Stuttgart (16 %).
Im Durchschnitt hatten nur 12 % der Paare zu Beginn der Hochzeitsvorbereitungen sehr konkrete Vorstellungen zum Ablauf der Feier. Eine absolute Ausnahme bilden die Kölner Brautpaare, von denen 26 % diese Frage der Skala mit 9 oder 10 beantworteten. Auffällig ist, dass die Brautpaare im Süden kaum konkrete Vorstellung zur Hochzeitsfeier hatten (Stuttgart: 8 %, Ludwigsburg: 11 %). Insgesamt hatten 14 % aller befragten Brautpaare am Anfang ihrer Hochzeitsplanung kaum Vorstellungen zum Ablauf der Feier.
Die Inspirationsquellen
Die Brautpaare wurden gefragt, wie wichtig nachfolgene Inspirationsquellen für die eigene Hochzeitsplanung sind bzw. waren. Diese sollten sie auf einer Skala von 1 (unwichtig) bis 10 (sehr wichtig) bewerten.
- Websites, Blogs, Google
- Soziale Netzwerke: Instagram, Facebook, Pinterest
- Zeitschriften und Magazine
- Hochzeitsmessen
- Bücher
- Empfehlungen von Freunden/Bekannten
- Empfehlungen von Verwandten
Die Recherchen auf Websites, Blogs und Google (9 – 10: 50 %) sowie in sozialen Netzwerken wie Pinterest, Facebook und Instagram ( 9 – 10: 33 %) sind die wichtigsten Inspirationsquellen für die Brautpaare. Magazine (1 – 2: 30 %) und Bücher (1 – 2: 58 %) werden von den Brautpaaren als weniger wichtig bewertet. Nur 11 % bewerten Hochzeitsmagazine als wichtige Inspirationsquelle. Durchschnittlich ein Viertel der Befragten bewertet Empfehlungen von Freunden als wertvoll, 20 % ebenfalls die Empfehlungen von Verwandten. Empfehlungen von Freunden werden bundesweit etwas wertvoller gewertet. Ausnahmen bilden Ludwigsburg und Braunschweig.
Das Hochzeitskonzept
Obwohl die Brautpaare angaben, ihre Hochzeit eher nicht nach einem klassischen Motto bzw. einem klassisch-eleganten Thema zu gestalten, spiegeln die favorisierten Hochzeitsfarben das Gegenteil wider. So werden die modernen Hochzeitsthemen mit einer Mischung aus altbekannten und neuen Hochzeitsfarben umgesetzt. Dies lässt sich aber vor allem auf die natürlichen Themen und Vintage zurückführen, in denen die Farben Grün und Weiß hervorragend verwendet werden können.
Nach wie vor ist das Thema Vintage bei den Brautpaaren am beliebtesten (24,8 %). Auch individuelle Themen, die z. B. Hobbys oder Interessen der Brautpaare widerspiegeln, sind mit 21,6 % ebenfalls sehr beliebt. Traditionelle Themen, wie eine klassische oder bayerische Hochzeit werden von gerade einmal 1,6 % der Brautpaare favorisiert. Aktuelle Trendthemen werden ebenfalls aufgegriffen: Greenery, Boho und die Pantone Farbe des Jahres 2018, Ultra Violett.

Social Media auf der Hochzeit: Ja oder nein?
Durchschnittlich 33 % der Befragten sehen in sozialen Netzwerke eine wichtige Inspirationsquelle. Besonders Brautpaare aus Wolfsburg und Köln (je 41 %) nutzen die sozialen Netzwerke intensiv, um sich für die Hochzeit inspirieren zu lassen. Nur 22 % der Befragten nutzen soziale Netzwerke eher nicht als Inspirationsquelle zur Hochzeitsplanung, und bewerteten diese nur mit 1 oder 2. Vor allem in Kiel (28 %) und Braunschweig (32 %) sind diese nicht sehr bedeutend.
Wenig auffällig ist, dass besonders Bild lastige soziale Medien, wie Facebook (81,39 %), Pinterest (61,11 %) und Instagram (40,83 %) von den Brautpaaren zur Hochzeitsplanung als Inspirationsquellen genutzt werden. Auch YouTube hat mit 28,61 % eine große Bedeutung.
Gerade bei Facebook können die Brautpaare eine eigene Gruppe gründen und auf diesem Kanal die Gäste vor und nach der Hochzeit mit Informationen versorgen. Pinterest dient als passives Medium eher der eigenen Inspiration. Auf Instagram lässt sich seit einigen Jahren beobachten, dass viele Bräute sich dort aktiv mit bestimmten Hashtags, wie beispielsweise #weddingwednesday oder #braut2018 austauschen und so eine Gemeinschaft zur gemeinsamen Planung aufbauen.

Das Hochzeitsbudget
Fast 30 % der Brautpaare planen ihre Hochzeitsfeier mit einem Budget von 10.000 – 15.000 €. 22,73 % setzen sich einen Rahmen von 7.500 – 10.000 €, gute 15 % sind sogar bereit, 15.000 -20.000 € für den großen Tag zu investieren.
Die großen Posten bei der Budgetverteilung, für die die Brautpaare am meisten Budget einplanen, sind die Flitterwochen ( Ø 2.388 €), sonstige Posten (Ø 2.334 €), die Locationmiete (ohne Menü und Getränke) mit Ø 1.821 € und das Brautkleid mit Ø 1.299 €.
Finanziert werden die Hochzeitsfeiern mit einer Mischung aus Erspartem und geliehenem Geld.
Zur Beantwortung der Frage durften auch mehreren Antworten gewählt werden. 90 % der befragten Brautpaare gaben an, auf eigene Ersparnissen zurück zu greifen, 10 % sind bereit, einen Teil oder die gesamte Hochzeit mit Hilfe eines Kredits zu finanzieren. Rund 40 % der Brautpaare dürfen sich über die Unterstützung der Eltern freuen.

Informationen zur Studie
Insgesamt wurden 1.367 Frauen und Männer zwischen September 2017 – Februar 2018 auf den Hochzeitsmessen
- Traumhochzeit in Ludwigsburg
- YES! Die Hochzeitsmesse im Ritz Carlton in Wolfsburg
- TrauDich in Hannover
- The Wedding Show by GALA in Berlin
- TrauDich in Köln
- TrauDich in Stuttgart
- Feiern & Heiraten in Braunschweig
- Hochzeitsmesse Kiel – FESTIVAL DER HOCHZEIT
sowie im Rahmen zweier Online-Umfragen mit Hochzeitsportal24 und dem Hochzeitsblog The Little Wedding Corner befragt. 85,11 % der Teilnehmer waren weiblich, 14,12 % der Teilnehmer waren männlich. Aus den Online-Umfragen ergab sich, dass die meisten Teilnehmer aus Nordrhein-Westfalen (18,91 %), gefolgt von Bayern (17,18 %) und Baden-Württemberg (13,02 %) stammten.
Das durchschnittliche Alter der Teilnehmer ist mit 51,59 % zwischen 26 und 30 Jahren angegeben. Je ca. 20 % der Befragten geben an, 31-35 Jahre bzw. 20-25 Jahre alt zu sein. Auch das durchschnittliche Alter des Partners wird vom Großteil (37,59 %) mit 26-30 Jahren angegeben. 27,39 % der Partner sind 20 – 25 Jahre alt, 21,42 % 31-35 Jahre. Auffällig ist, dass 5,53 % der Partner unter 20 Jahre alt sind.
Bridal Times stellt Ihnen Teile der Studie online zur Verfügung.
Für ausführliche Informationen besuchen Sie die Webseite:
https://www.carinokarten.de/hochzeitsstudie-2018





