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Die „neue Normalität“ im Brautladen – wie Corona das Leben verändert hat

Die frühen warmen Sommermonate bringen Gefühle der Aufregung und Vorfreude auf Ereignisse mit sich, auf die wir uns normalerweise freuen, wie Urlaub, Sommerfeste, Konzerte und natürlich Hochzeiten. Aber wenn man einmal in ein örtliches Lebensmittelgeschäft oder einen Betrieb eintritt, stellt sich eine harte Realität ein, von der wir alle hoffen, dass sie nur vorübergehend ist – all die ungewöhnlichen Veränderungen, die vorgenommen wurden, um ihr Arbeitsumfeld während der Pandemie sicher zu halten.

Wie kommen Bridal Shops also mit all den neuen Vorschriften und Anpassungen zurecht?

Von Veränderungen im Ladenbetrieb, Reduzierung der Anzahl von Begleitpersonen und versteckten Emotionen hinter Gesichtsmasken hören wir die verschiedenen Stimmen der Brautmodenausstatter zu den großen Herausforderungen, denen sie sich stellen mussten, um Bräute und Angestellte sicher zu halten.

Stella Rockstroh von Princess Dreams in Berlin:

Die Corona Krise war auch für uns mit vielen neuen Herausforderungen und Einschränkungen verbunden. Die größte Veränderung in unserem rosa Reich war eindeutig die Abstandsregel. Wir lieben es, unseren Kundinnen zur Begrüßung die Hand zu schütteln und uns zu drücken, wenn das Traumkleid gefunden ist. Dieses Fehlen der emotionalen Zugewandtheit war eine außergewöhnliche Herausforderung für uns, an die wir uns aber gewöhnen konnten. Jetzt drücken wir unsere Freude eben noch stärker über Worte, Mimik und Gestik aus. Herzlichkeit ist schließlich ein Gefühl und kann auch über liebevolle Worte übersandt werden. Eine weitere große Gewöhnungssache war außerdem das Tragen von Masken. Keine Gesichter zu sehen, die Wärme und das schwerere Atmen waren am Anfang sehr ungewohnt. Doch auch dieser Herausforderung haben wir uns gestellt und sehen es mittlerweile als Normalität an. Wir haben aus der Not sogar eine Tugend gemacht und tragen in unserem Team einheitliche rosa Masken, die fast schon ein Fashion Accessoire sind.Für unsere Kundinnen war es besonders schade, dass sie bis zu den Lockerungen nur eine Begleitperson mitbringen durften. Insbesondere die Meinung der Freundinnen ist vielen Bräuten sehr wichtig und sie wollten ungern darauf verzichten. Durch kreative Video-Anproben konnte dieses Problem aber zum Großteil umschifft werden. Insgesamt hat uns die Corona Krise zwar stark getroffen, wir sind aber dadurch auch kreativer und motivierter geworden. Wir versuchen jetzt noch stärker, in Lösungen zu denken und immer neue Wege zu gehen.

Liv Hinz, Inhaberin von LIVAMOUR Brautmode in Linz am Rhein:

Wir haben die für uns völlig neue Terminkategorie „Kleid-Abholung ohne Schneider“ einführen müssen für alle abgesagten Schneidertermine aufgrund von verschobenen Hochzeiten. Die Herausforderung wird im kommenden Frühjahr die Schneiderkapazität bereitzustellen für alle diese verschobenen und die neuen Bräute. Neben den bekannten Hygiene-Maßnahmen gab es eine große Veränderung in der Art der Termine. Aus den Beratungen für aufwändige Hochzeitskleider wurden primär Termine für preisgünstige Standesamt-Outfits. Für abgesagte Schneidertermine, aufgrund von verschobenen Hochzeiten, mussten wir die bisher für uns unbekannte Terminkategorie „Kleid-Abholung ohne Schneider“ einführen.

Vanessa Huber, Inhaberin von Engelsbraut Wedding Dresses in Trittau:

Im Rahmen unseres Konzeptes beraten wir ohnehin max. 2 Bräute gleichzeitig im Geschäft, so dass die Anzahl unserer möglichen Termine nur bedingt angepasst werden musste. Wir persönlich empfinden tatsächliche das Tragen der Maske als größte Einschränkung. In erster Linie für die Braut, aber auch für uns. Es geht doch soviel Emotion über die Mimik. Nicht nur beim Blick in den Spiegel, sondern auch bei der Kommunikation miteinander. Das fehlt uns schon sehr und nimmt dem Beratungserlebnis gefühlt ein ein Stück Leichtigkeit. Wir pflegen einen sehr emotionalen und herzlichen Umgang mit unseren Kundinnen und es ist befremdlich dies „auf Abstand“ zu tun. Menschliche Nähe, z.b. in Form einer lieben Umarmung gehören für uns dazu und wir bekommen die Rückmeldung, dass das auch für unsere Kundinnen komisch ist. Nichtsdestotrotz möchten wir den Auflagen auch etwas Positives abgewinnen: Durch die Begrenzung der Anzahl an Begleitpersonen sind viele Bräute bei der Anprobe gefühlt weniger unter Druck.

Janine Schultze- Frotscher, Inhaberin von Magic Moment in Magdeburg:

Die „neue Normalität“- durch die Schutzmaßnahmen tuen sich auch für das „Magic Moment“ neue Herausforderungen auf. Wir, das Team von „Magic Moment“, sind trotz der Veränderungen, die diese Krise für uns alle mit sich bringt, in jedem Fall versucht, unseren Bräuten und Bräutigamen ihren „magischen Moment“ zu bescheren, ohne, dass sie sich Sorgen um ihre Gesundheit machen müssen. Durch die Maskenpflicht in unseren Geschäften, ausreichend Desinfektionsmitteln, einer Reduzierung der Anzahl von Begleitpersonen und einer Beratung, die nur auf Terminvereinbarung stattfindet, sind wir bemüht, trotz der Kontaktbeschränkung ein sorgenloses Erlebnis für unsere Kunden zu ermöglichen. Leider ist es durch die Infektionsschutzmaßnahmen vielen Brautpaaren nicht möglich, ihre langersehnte Traumhochzeit in diesem Jahr durchzuführen, was natürlich auch bei unserer Anzahl von neuen Erstanproben zu Einbußen führt. Trotz allem steht „Magic Moment“ für eine eigene kleine Welt, eine Welt, in der sich Braut und Bräutigam den Stress ihres Alltages und die krisenbehafteten Sorgen hinter sich lassen und sich ganz auf sich, die Liebe ihres Lebens und ihre Traumhochzeit konzentrieren können. Mit unseren entsprechenden Vorkehrung ist garantiert, dass jedes unserer Brautpaare ihren „magischen Moment“ in vollen (und gesunden) Zügen genießen kann. Lasst uns zusammenhalten und nicht vergessen, was uns alle zusammenbringt: Die Liebe zur Liebe

Fan Xia, Inhaberin von White Silouette in München:

Wir haben in jeder Kabine, im Wartebereich und in allen Kundenbereichen Desinfektionsspray. Jede Braut darf nur eine Begleitperson mitbringen, die restlichen Personen, die gerne mit dabei sein möchten, können sich live über das Internet zuschalten, wir bieten hierfür ausreichend WLan-Verbindung. Die Kundinnen haben großes Verständnis und nehmen wirklich nur eine Begleitperson mit. Auf uns hat es tatsächlich in dieser Hinsicht eine positive Wirkung, denn es gibt nicht mehr das Meinungschaos in der Beratung, und es ist viel ruhiger. Die Braut traut sich viel mehr und hört viel mehr auf sich. Jede Kundin die zu uns kommt, muss eine Maske tragen und zuerst die Hände waschen und desinfizieren – gleiches gilt auch für jede Mitarbeiterin unseres Geschäftes. Natürlich sind die Termine dementsprechend auch nicht mehr so gehäuft, aber wir freuen uns alle auf die Hochsaison, welche hoffentlich ab September wieder losgeht!

Sandra Stuy, Storemanagerin von Brautblüte Concept Boutique in Krefeld:

Neben einem ausgiebigem Hygienekonzept in unseren Stores, ist die größte Veränderung für uns und unsere Gäste sicher das Tragen einer Mund- und Nasenbedeckung in unseren Beratungsterminen, sowie das Einhalten des körperlichen Abstandes zu unseren Kundinnen. Die Beratung mit unseren Bräuten basiert auf Herzlichkeit und einer liebevollen und entspannten Atmosphäre. Wir pflegen mit unseren Bräuten ein freundschaftliches Verhältnis und viele unserer Anproben enden mit einer herzlichen Umarmung. Wo sonst der Gesichtsausdruck des Gegenübers Auskunft über Emotionen und Gedanken gibt, spielen nun vor allem die Augen, die Körperhaltung und die Stimme die entscheidende Rolle. Wir haben schnell gelernt unsere Augen unter unseren Masken sprechen zu lassen, und unseren Kunden mit strahlenden Augen zu begegnen. Um den vorgeschriebenen Mindestabstand während der Beratung einhalten zu können, bringen unsere Bräute eine Vertrauensperson mit, die ihnen beim Anziehen der Kleider behilflich ist. Unsere Beraterinnen leiten Braut und Begleitung dabei verbal an und geben Hilfestellung. Dies schafft ganz wundervolle Momente zwischen der Braut und ihrer Bezugsperson, die diesen innigen Moment des Brautkleid Kaufs noch intensiver miteinander erleben und teilen können. Das wichtigste für uns ist dabei unseren Kundinnen Sicherheit und Klarheit zu vermitteln. Wir informieren regelmäßig mit Updates auf unserer Website und unseren Social Media Kanälen, und zusätzlich erhält jede Kundin vor ihrem Termin eine E-Mail mit den aktuellen Maßnahmen in unseren Stores. Unsere Bräute haben unsere Maßnahmen durchweg positiv angenommen und sind uns mit viel Verständnis und Dankbarkeit begegnet. Sie freuen sich bei uns in diesen schwierigen Zeiten weiterhin ein magisches Erlebnis genießen zu dürfen.

Im Namen von Bridal Times, möchten wir uns bei allen Teilnehmern bedanken und wünschen viel Kraft und Gesundheit.

 

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