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Das Exklusiv-Interview mit Maritta Emser von Cecil Brautmoden

 

Sie ist DIE Brautmodenverkäuferin schlechthin: Maritta Emser, Inhaberin von Cecile Brautmoden und Protagonistin einer bekannten deutschen Fernsehserie rund um den Brautkleidverkauf. Zudem stattete sie keine Geringere als Promi-Braut Daniela Katzenberger aus. Wir haben mit der extravaganten Selfmade-Frau über ihr Erfolgsrezept und die neusten Trends gesprochen – und konnten ihr sogar ein paar Neujahrsvorsätze entlocken…

Frau Emser, Sie sind ja eine echte Koryphäe unter den Brautausstattern – nicht zuletzt, weil Sie auch Daniela Katzenberger für ihre Hochzeit ausgestattet haben. Wie kam es dazu?

Ich hatte mit Daniela vorher schon zusammengearbeitet und von Anfang an hatte bei uns die Chemie gestimmt. Daniela sagte mir damals, Sie würde zu mir kommen, wenn sie irgendwann einmal heiraten sollte – und sie hielt Wort. Nun musste es für Daniela ein ganz besonderes Kleid sein; auf einer Runway Show von Pnina Tornai in New York entdeckte ich das Modell und wusste sofort: Das ist es! Tatsächlich entschied sich Daniela für diese Kreation – und dafür, bis zur Hochzeit ihre Schwangerschaftspfunde loszuwerden. Daniela entwickelte diesbezüglich eine Wahnsinnsenergie, und so kam sie tatsächlich mit ihrem Wunschgewicht zur ersten Anprobe. Einfach bewundernswert.

Wurde das alles mit der Kamera festgehalten?

Ja, genau. Die ganze Zeit liefen die Dreharbeiten, auch am Tag der Hochzeit selbst natürlich. Der Sender hatte uns auf den Petersberg eingeladen. Den ganzen Tag über hatte es geregnet, doch genau in dem Moment, als Daniela in ihrem 14 Kilo schweren, mit Perlen und Steinen besetzten Traumkleid aus der Kutsche stieg, hörte es Gott sei Dank auf. Leider war der Pink Carpet völlig durchnässt, also gingen wir dann mit Daniela den ganzen Berg hoch und hielten währenddessen ihr Kleid. Naja, hinterher haben wir trotz allem kräftig gefeiert – es war eine echte Traumhochzeit und Daniela eine strahlend schöne Braut!

Und danach wurden Sie von VOX für die bekannte deutsche Fernsehserie rund um den Brautkleidverkauf angeworben?

Ja, wobei ich schon immer sehr eng mit Fernsehsendern zusammen gearbeitet habe. Ich habe sogar vor etlichen Jahren die ersten Folgen der „Traumhochzeit“ ausgestattet. Für VOX drehen wir nun regelmäßig seit vier Jahren.

Wie genau läuft so ein Drehtag dann ab? Wie können wir uns das vorstellen?

Der Fernsehsender gibt den Drehtermin vor und castet die Bräute. Am Drehtag selbst wird die Braut dann von mir in Empfang genommen. Wir führen ein Vorgespräch, in dem ich mit ihr über private Dinge aus ihrem Leben spreche, um sie besser kennenzulernen. Dann wählen wir gemeinsam die passenden Kleider für die Anprobe aus.

Wie lange dauert es dann, bis das „richtige Kleid“ gefunden ist?

In der Regel dauert ein Dreh maximal drei bis vier Stunden. Ich merke direkt, wenn die Braut ihr Traumkleid gefunden hat – wie sie sich darin bewegt, wie sie steht, die gesamte Ausstrahlung. Das ist ein sehr besonderer, emotionaler Moment; mir läuft es dann oft kalt den Rücken runter. Und wenn wir gemeinsam darauf anstoßen, vergieße auch ich gern mal ein paar Freudentränen.

Durch die Sendung ist Cecile ja sicher sehr populär geworden, oder?

Ja, der Ansturm ist schon ein wenig größer geworden. Allerdings hatten wir schon immer sehr viele Kunden. Ich bin jetzt seit 30 Jahren in der Branche tätig. Damals bin ich – ursprünglich gelernte Friseurin – bei meinem ersten Mann ins Business eingestiegen. Er hatte eine Fabrik für Kommunion- und Brautmoden. Ich machte etliche Lehrgänge und Fortbildungen, schließlich wurde ich zum kreativen Kopf der Firma. Als wir uns dann nach 20 Jahren Ehe scheiden ließen, eröffnete ich mein eigenes Brautmodengeschäft in Kerpen auf knapp 70qm. Ein Jahr später erweiterte ich dann auf 270qm, dann auf 400qm und so weiter. Ich habe immer enorm viel gearbeitet und damit ein sicheres Standbein für meinen Sohn und meine Mitarbeiter geschaffen. Dazu muss man sagen, dass ich auch unheimlich viel Glück gehabt habe – unter anderem mit meinem neuen Mann, mit dem ich dieses Jahr im November 25. Jahrestag gefeiert habe. Er führt mit mir gemeinsam das Unternehmen, kümmert sich ums Back Office, hält mir den Rücken frei – dadurch kann ich kreativ agieren und reagieren.

Also sind sie beiden 24 Stunden am Tag zusammen … Hand aufs Herz: Geht man sich da nicht manchmal ein wenig auf die Nerven?

Nein, bei uns klappt das perfekt. Wir sitzen rund um die Uhr in einem Büro, gehen gemeinsam auf Reisen, besichtigen Fachmessen … Natürlich kracht es auch mal, aber das ist wirklich eher selten der Fall. Selbst in den anstrengenden, konfusen Bauphasen haben wir es immer geschafft, Probleme in Ruhe zu besprechen und gemeinsam eine Lösung zu finden. Und da war es wirklich schwierig, immer die Nerven zu behalten.

Verständlicherweise. Aber es gab ja sicher genügend Erfolgserlebnisse in Ihrer langen Karriere, oder?

Selbstverständlich. Ich habe viele beeindruckende Königshäuser und Paläste kennengelernt, wunderschöne Bräute eingekleidet, Haute Couture Shows besucht – und alle Erlebnisse waren gleichermaßen beeindruckend und bleiben mir als solche in Erinnerungen. Das ist einfach mein Leben.

Welche Tipps können Sie mit Ihrer langjährigen Expertise anderen Brautmodenverkäufern mit auf den Weg geben?

Das ist schwer zu sagen, weil es ein sehr emotionaler Beruf ist … Das Wichtigste ist, dass man den Bräuten zuhört und sein Lager gut kennt – schließlich möchte man jeder Braut ihren ganz persönlichen Traum erfüllen. Das setzt aber auch voraus, dass man sich auf die Bräute emotional einlassen kann – nur so funktioniert es. Ich empfinde sehr viel für meine Bräute und bin immer mit Herzblut dabei. Das ist ganz wichtig, denn sonst wirkt man nicht mehr kompetent.

Stichwort „Lager kennen“: Wo kaufen Sie ein? Welche Messen besuchen Sie? Wo spüren Sie die neusten Trends auf?

Wir besuchen etwa 35 bis 40 Messen pro Jahr, dafür reisen mein Mann und ich durch die ganze Welt – von Mailand bis nach New York. Im Jahr sind wir etwa 100 Tage unterwegs. Es ist gut, dass mein Mann als Berater dabei ist – er bremst mich auch schon mal und hat das Budget immer im Hinterkopf. Trotz allem versuche ich, für unsere Bräute wirklich das Schönste auszusuchen, um sie später glücklich zu machen. Aus diesem Grund werden auch nach jeder Messe alle 80 Mitarbeiter von mir persönlich geschult.

Sie sind ja absolut trendsicher. Was ist ihr Geheimnis und worauf dürfen wir uns im nächsten Jahr freuen?

Ich glaube, es ist eine Gabe, dass man Trends frühzeitig erkennen kann. Ebenfalls wichtig ist ein enger Austausch mit den Herstellern. In den letzten Jahren hat sich auf dem Markt wahnsinnig viel getan: Das klassische Weiß wurde von Ivory abgelöst, dann feierte die Spitze ihr Revival – aktuell in transparenter Form –, und auch die klassische Prinzessinnenrobe ist wieder absolut gefragt. Glatte Stoffe wie z.B. ein schöner Satin könnten in den nächsten Saisons wiederkommen, ebenfalls ein weich fallender Crêpe Georgette, und auch Spitze wird bleiben – allerdings nicht zu grob. In NRW wird auch die Bohemien Richtung weiterhin ein Thema sein, im Süden Deutschlands ist der Look noch nicht so angekommen. Dort wird weiterhin auf Prinzessin und A-Linie gesetzt, gern mit längeren Schleppen aus Tüll, Spitze oder Organza. Bei den Accessoires hoffe ich auf lange Schleier, denn die machen den Look überhaupt erst komplett. Dazu eine Tiara oder ein Blumenreif – natürlich alles perfekt aufeinander abgestimmt.

Danke für diesen umfassenden Ausblick. Verraten Sie uns noch Ihre Vorsätze fürs neue Jahr?

Vermutlich habe ich dasselbe vor wie die meisten Frauen: Mal wieder ein wenig abnehmen. Und ich werde natürlich weiterhin versuchen, meine lieben Mitarbeiter zu fördern und für meine Geschäfte bestens einzukaufen.

Mehr Informationen zu Maritta Emser finden Sie hier: www.cecile.de

Bridal Times Redaktion

Bild: VOX / Stefanie Schumacher

 

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